Display Kalibrierung: Wissenschaft und Mythos zugleich


Je nach Interesse an einem guten naturgetreuen Bild wird man heute früher oder später mit dem Thema fast zwangsweise konfrontiert. In Heimkinoforen wird das Kalibrieren und deren Notwendigkeit oft heiß und kontrovers diskutiert, beim Kauf eines neuen Gerätes vom Händler oft sogar als eine "Bedingung" Farbraum, Farbmodell und die richtige Kalibrierung für die Sony PS3

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In dieser Abbildung sehen Sie zwei Messköpfe im Vergleich, links das "Eye-One Pro" und rechts das "Eye-One Display 2". Das Eye-One Pro ist ein Spektralphotometer, das Display 2 ein normales Kolorimeter. Ein Spektralphotometer ist aufwendiger konstruiert als ein einfaches Kolorimeter. Das einfallende Licht wird nicht nur in die großen Spektralbereiche der Grundfarben zerlegt, sondern auch in viele schmale Spektralsegmente aufgeteilt, die dann einzeln ausgewertet werden, daher ist die Messung mit einem Spektralphotometer meist wesentlich genauer.

 

Ist das Display Kalibrieren ein Muss ?

Von einem muss kann keine Rede sein! Ein guter Händler weißt beim Produktkauf und während seines Beratungsgespräches darauf hin, dass die Option auf ein zusätzliches Kalibrieren angeboten wird, ohne das Gerät gleich verallgemeinernd schlecht zu reden. Bitte bedenken Sie, in den großen Discounter-Märkten wird das Kalibrieren von Geräten meist gar nicht erst angeboten, diesen Service liefern ausschließlich Fachhändler. Was das Bild betrifft, sollten jedoch in erster Linie die eigenen Sehgewohnheiten als Maßstab gelten, ein ausgiebiges Probeschauen ist vor dem Kauf daher immer Pflicht. Wie eingangs erwähnt, wird heute schon bei der Entwicklung von Geräten drauf geachtet, dass bereits in der Serienproduktion ein weitestgehend korrekter Farbraum, Helligkeits- und Gammaverlauf eingehalten wird. Hierfür sind in den Geräten Voreinstellungen abgespeichert, sogenannte Presets, die meist auf Namen wie "Kino", "Movie" oder ähnlichen Bezeichnungen hören. Diese Grundeinstellungen ab Werk sind heute bei den hochpreisigen Produkten im Großen und Ganzen schon ganz gut, das Kalibrieren kann sich aber immer noch lohnen, um eben das maximal und beste Bild aus dem Gerät raus zu holen. Sind Sie vom Typ her eher ein Liebhaber kühlerer Bilder, können Sie sich das Kalibrieren aber getrost sparen, da Ihnen das kalibrierte Bild dann garantiert zu warm erscheinen wird. Es zeigt sich allerdings, selbst Verfechter kühlerer Bilder können ihre Augen umtrainieren und empfinden nach einer Weile den tageslichtähnlichen Farbraum von 6.5000 Kelvin als das angenehmere und natürlichere Bild. Das ist ähnlich wie in der Aquaristik, Leuchtstoffröhren, die nahe am 6.500-Kelvin-Punkt liegen, ergeben ein wesentlich natürlicheres Licht ab, Röhren unterhalb von 6.500 K leuchten mehr und mehr gelblich, was oft nicht erwünscht ist. 

Bitte beachten Sie, dass jeder TV Eingang ( USB / HDMI ) individuell zu optimieren ist d.h. jeder Bildmodus ( Standard, Kino, Film, Games... ) hat eine unterschiedliche Charakteristik der Bildwiedergabe.

 

Zum Messen wird der Sensor am Bildschirm angebracht und mit einem Laptop oder PC per USB verbunden. Ein Projektor wiederum kann anders als ein Fernseher reflektiv über die Leinwand oder auch direkt im Lichtstrahl gemessen werden. Wir empfehlen bei einem Projektor das Messen reflektiv über die Leinwand, da hier die räumlichen Begebenheiten wie etwa die Wandfarbe und auch die Leinwand selber in die Messung mit einbezogen werden.

Eine kostenlose Kalibrier- und Messsoftware bieten die französischen Entwickler von Homecinema-FR an. Die Messsoftware HCFR kann unter www.homecinema-fr.com kostenlos heruntergeladen werden. Mit HCFR können nach einer gewissen Einarbeitungszeit gute Ergebnisse erzielt werden. Einen Guide, der allerdings in Englisch verfasst ist, finden Sie unter folgender Internetadresse  http://www.curtpalme.com/forum/viewtopic.php?t=10457

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Das BUROSCH Blue Only Referenz Testbild  Das professionelle Referenz Testbild zur visuellen Bildkontrolle bzw. Bildoptimierung - optimal auch geeignet in Verbindung mit der Anwendung der Blaufilterfolie. Weitere Infos dazu hier und auch bei Wikipedia: wikipedia.de/blue_only

Was wird zum Kalibrieren benötigt?

Das Geld, was professionelle Kalibrierungs-Hard- und Software kostet, ist in den meisten Fällen kein Privatmensch bereit auszugeben. Besonders wichtig ist, wie bereits zuvor erklärt, der Messsensor, der adäquate Messergebnisse liefern muss - ohne einen sehr gut geeichten Sensor hat kalibrieren wenig Sinn. Viele günstige Messsensoren liegen bei ihren Messungen allerdings so daneben, dass das mit diesen Sensoren kalibrierte Bild oft einen schlechteren Farbraum, Helligkeits- und Gammaverlauf darstellt, als in den Grundeinstellungen ab Werk. Zusätzlich sollte immer die gesamte Kette, am besten zuhause vor Ort, kalibriert werden. Dass Kalibrieren von Bildschirmen und Beamern ohne dass das eigene Equipment wie Blu-ray Player und A/V-Receiver in die Kette mit eingebunden wird, zeigt mit 100-prozentiger Sicherheit keinen perfekten Farbraum. Daher sollten Sie ihren Händler fragen, ob er das Kalibrieren vor Ort zuhause anbietet. Lassen Sie sich nicht mit Argumenten abspeisen, dass eine Kalibrierung ohne die ganze Kette mit einzubeziehen genauso gut wäre. Beachten Sie weiterhin: Am Fernseher oder Projektor ist das Kalibrieren auch immer nur auf genau den Eingang beschränkt, über dem die Messung und die anschließende Kalibrierung durchgeführt wurde. Ist der Blu-ray-Player z. B. am HDMI-Eingang 1 ihres Fernsehers angeschlossen, zählen die eingestellten Werte nur für diesen, für den zweiten HDMI-Eingang müssen die Werte von Hand nachgetragen werden. Ist am zweiten HDMI-Eingang allerdings ein anderes Zuspielgerät angeschlossen, z. B. ein Sat-Receiver, ist die Kalibrierung von HDMI-Eingang 1 aber nur begrenzt übertragbar. Grund: Der Sat-Receiver gibt die Farben garantiert anders aus und müsste z. B. mit Hilfe von Testbildern über den USB-Anschluss gesondert kalibriert werden, die wir von Burosch Audio Video Technik im Shop ebenfalls anbieten. Verfügt Ihr Sat-Receiver über keinen USB-Anschluss, über dem er auch JPEG-Bilder anzeigen kann, ist ein Kalibrieren im Grunde nicht möglich, Gleiches zählt meist auch für den eingebauten TV-Tuner im Flachbildschirm.    

Der Erwerb von günstigen Sensoren ist daher zum Teil ein Glücksspiel, durch die Serienstreuung gibt es gute und schlechte Exemplare. Wenn Sie einen günstigen Sensor erwerben, sollten Sie die Messgenauigkeit mit einem geeichten Sensor Gegenkontrollieren - evtl. ist irgendwo im Bekanntenkreis ein professioneller Sensor verfügbar, nur so können Sie sicher sein, dass die Messungen auch stimmen. Neben der Hardware ist auch die Software wichtig. Die kostenlose Messsoftware HCFR verrichtet hier gute Dienste, Profisoftware wie etwa Colorfacts oder CalMan kosten hingegen sehr viel Geld, die Preise liegen bei weit über 1.000 Euro ohne Hardware. Neben der Messsoftware werden, wie bereits besprochen, noch passende Testbilder benötigt. Haben Sie sich entschlossen selber zu kalibrieren und alles an Hard- und Software zusammen, können Sie sich nun an das Kalibrieren wagen. Allerdings, den ganzen Vorgang hier zu erläutern würde jeglichen Rahmen sprengen, daher verweisen wir an dieser Stelle auf die Weiten des Internets, wo es viele viele Seiten mit Erklärungen, Tipps und Tricks zum Thema gibt. Ist Ihnen das alles viel zu kompliziert, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an einen Fachhändler ihrer Wahl, der das optionale Kalibrieren von Geräten beim Kauf oder als einzelne Dienstleistung anbietet. 

Ein mitunter schwieriges Unterfangen stellt das Ausrichten des Sensors reflektiv auf die Leinwand dar. Hier leistet zum Beispiel die Eye-One Match 3 Software eine gute Hilfe. Ein kleiner, sich in Echtzeit bewegender Punkt zeigt auf der Leinwand an, wo der Sensor auf der Leinwand genau misst. So kann vermieden werden, dass der Sensor im Schatten misst, was zu extrem verfälschten Messergebnissen führen würde. Vorteil hier, man kann den Sensor vorher korrekt ausrichten, um in nachhinein z. B. mit HCFR zu messen und so korrekte Werte zu erhalten, die nicht durch eine falsche Ausrichtung beeinflusst werden. Diese Funktion steht einem aber nur dann zur Verfügung, wenn man mit einem Eye-One Pro messen kann.



Wer das Kalibrieren mit Sensoren scheut und seinen Projektor oder Flachbildschirm einfach per Augenmaß mithilfe von Testbildern einstellen möchte, findet in unserem Shop eine reichliche Auswahl an Test-Discs und Testbildern.

Möchte man also das beste Bild aus seinem Equipment raus holen, geht an einer Kalibrierung nichts dran vorbei. Die Messsensoren, und die korrekte Bedienung der Software bzw. die richtige Interpretation der Messwerte, sind hier jedoch der Schlüssel zum Erfolg. Gute Sensoren kosten zusätzlich viel Geld, welches der Privatmensch meist nicht bereit ist auszugeben, das Beschäftigen mit dem Thema erfordert gleichfalls viel Zeit bei der Einarbeitung und Verständnis für Farben, um auch an das gewünschte Ergebnis zu erreichen, schließlich soll das Bild hinterher besser und nicht schlechter aussehen. Kalibrieren ist sicherlich kein Muss, für das beste Bild aber durchaus eine Empfehlung wert. Vom Hobbykalibrieren mit ungeeichten Sensoren können wir aber nur abraten, es sollte zwingend ein Profi - mit großem Fachwissen - Hand anlegen, der weiß, was er macht.

Viele zufriedene Kunden bestätigen die Qualität der Burosch Testbilder mit den entsprechenden Informationen zu der TV und Beamer Bildoptimierung.