HDMI 2.0: Auf das richtige HDMI-Kabel kommt es an!

Bei UHD-Auflösungen (3.840 x 2.160 Bildpunkten) in Verbindung mit 50Hz/60Hz können Sie leicht auf Probleme stoßen, wenn Sie nicht das richtige HDMI-Kabel einsetzen. Denn mit der Einführung des HDMI-2.0-Standards ist die Qualität der HDMI-Kabel wichtiger denn je. Warum? Das lesen Sie im nachfolgenden BUROSCH-Praxistipp.







Die ersten TVs mit Ultra-HD Auflösung hatten durchgehend ein Problem; denn sie waren zunächst alle nur mit HDMI 1.4a-Eingängen ausgestattet. Wollte man mit einem solchen UHD-TV nun zum Beispiel extern ein Bild mit 3.840 x 2.160er Auflösung mit 10 Bit Deep Color bei 60Hz mit einer Farbunterabtastung von 4:2:2 oder 4:4:4 zuspielen, ist das mit HDMI 1.4a schlicht nicht mehr möglich, die Bandbreite des alten Standards reicht mit 10.2 Gbit/s einfach nicht aus, siehe nachfolgendes Schaubild.


Bildquelle: Amazon

So schafft es der ältere HDMI 1.4a Standard nur, die UHD-Auflösung mit maximal 30Hz zu übertragen. Für Filme von Ultra Blu-ray reicht das in 24Hz zwar auch in Zukunft im Grunde noch aus, aber schon zukünftige externe UHD fähige Sat-Receiver werden das Bild in 50Hz beziehungsweise 60Hz ausgeben. Zwar kann man mit einem Trick auch mit HDMI 1.4a 60Hz erreichen, indem man die Farbunterabtastung reduziert, eine befriedigende Lösung ist das aber nicht, also musste ein neuer Standard her. Dieser neue HDMI 2.0 Standard wurde auch schon bereits im Jahr 2013 verabschiedet - die genaue HDMI 2.0 Spezifikation finden Sie, wenn Sie diesem Link folgen. Eine Erklärung bzw. was der Fachbegriff "Farbunterabtastung" bedeutet, finden Sie hier bei uns, wenn Sie auf diesen Link klicken.

 

Die HDMI 2.0 Falle: Das HDMI-Kabel!

UHD-TVs, die 2014 oder später auf den Markt kamen, besitzen nun zumindest einen oder zum Teil auch bereits mehrere HDMI-Eingänge, die mit HDMI 2.0 kompatibel oder sogar bereits mit echten HDMI 2.0 Controller-Chips ausgestattet sind und so die 50Hz/60Hz Ultra HD-Auflösung bei 10/12 Bit UHD Deep Color 4:4:4 verarbeiten können. Auch erste Zuspieler, wie etwa Multimediastreamer/Mediaplayer oder etwa die neuen Grafikkarten von Nvidia, besitzen nun endlich auch HDMI 2.0 Ausgänge, die auch dementsprechende Auflösungen ausgeben können. So weit, so gut - das Problem beginnt meist genau an dieser Stelle, wenn es darum geht, die Geräte miteinander zu verbinden, denn mit HDMI 2.0/Ultra HD werden nun, durch den hohen Datenstrom, der übertragen werden muss, auch besonders hohe Ansprüche an das verbindende HDMI-Kabel gestellt.

 

Das Netz ist voll mit Nutzern die Probleme haben

So findet man in den Foren auch bereits eine Fülle an Nutzern, die sich darüber beklagen, dass sie bei einer Auflösung von 3.840 x 2.160er Bildpunkten bei 60Hz einfach kein Bild zu sehen bekommen oder es zu ständigen Bildausfällen kommt, das Bild also nicht stabil übertragen wird. Leider, und oft in letzter Instanz, denkt man an das Kabel, denn selbst von der Fachpresse wird ja gerne verbreitet, dass sich mit HDMI 2.0 bei den Steckern und Kabeln nichts geändert hat und man die alten Kabel ohne Probleme weiter nutzen kann; gleiches propagieren im Übrigen oft auch manche Kabelhersteller. Das ist ja im Grunde auch so weit richtig, die Kabelbelegung, als auch die Stecker und Buchsen, haben sich gegenüber den vorherigen HDMI-Standards auch nicht geändert! Leider wird aber meistens verschwiegen, dass die Anforderung an die Qualität der Kabel, genauer den Querschnitt der Innenleiter und die Konfektionierung der Stecker, durch HDMI 2.0, je länger das Kabel wird, überproportional steigt - vor allen, wenn Kabellängen größer als drei - fünf Meter zum Einsatz kommen! Und nein, dieser Artikel soll keine Lobhudelei auf überteuerte HDMI-Kabel sein, das nur vorbeugend erwähnt.

 
Ein Beispiel für einen Mediaplayer, der eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten mit 10 Bit Deep Color bei bis zu 50Hz/60Hz mit einer Farbunterabtastung von 4:2:2 bzw. 4:4:4 ausgegeben kann, der Open Hour Chameleon - einen Test finden Sie hier bei uns.

 

Irreführende Angaben und Marketinggeschwafel

Die Kabelhersteller, vor allem die Anbieter günstiger Kabel, machen es sich zumindest sehr einfach. Schaut man sich im Internet so um, fällt schnell auf, dass viele einfach irgend ein selbst gebasteltes HDMI 2.0 Logo neben das Bild ihrer Kabel pappen und in der Beschreibung die Eigenschaften schlicht um die HDMI 2.0 Spezifikation erweitern; am Kabel selber fertigungstechnisch aber im Grunde nichts geändert wurde. So wird etwa geworben mit voller Ultra HD 4K Unterstützung, die höhere Bandbreite von 18 Gbit/s wird explizit erwähnt, von der vollen Unterstützung der erweiterten Farbräume ist die Rede, ja sogar Deep Color soll bis 48 Bit voll unterstützt werden. Zusätzlich auffällig, für alle Längen zählen die gleichen Eigenschaften, selbst das 15 Meter lange Kabel wird mit den selben Aussagen beworben, wie das ein Meter Kabel – das ist selbst bei HDMI 1.4a schon gefährlich, bei HDMI 2.0 aber einfach nur noch töricht und um einen Kabelhersteller der so etwas macht, um den sollten Sie lieber einen großen Bogen machen. Bestellt man sich dann diese Kabel einmal und schneidet die Kabel auf, stellt man fest, in der 15 Meter Version wird der gleiche Kabelquerschnitt der einzelnen Innenleiterkabel benutzt, wie bei der ein Meter Version. Das alles ist im Grunde einfach nur grob fahrlässig und bringt natürlich massive Probleme mit sich, zumindest wenn es um die UHD-Auflösung mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten in Verbindung mit 10/12 Bit UHD Deep Color bei 60Hz und einer Farbunterabtastung von 4:2:2 oder 4:4:4 geht.

     


Wenn Sie im PC bereits eine Grafikkarte mit HDMI 2.0 Ausgang eingebaut haben, zum Beispiel eine Nvidia GTX 960, GTX 970 oder GTX 980, können Sie mit dem PC nicht nur Filme in UHD-Auflösung mit 60Hz schauen, sondern auch Spiele zocken.  

 

Ab vier bis fünf Meter Kabellänge wird es sehr kritisch

Wir haben daher mit einer Nvidia GTX 980 Grafikkarte und dem Open Hour Chameleon Mediaplayer mal ein paar Tests durchgeführt. Von den ca. 20 bis zu drei Meter langen HDMI 1.4a-Kabeln, die wir ausprobiert haben, und die alle mit „HDMI Highspeed“ gekennzeichnet sind, funktionierten gerade einmal drei Stück mit der schon zuvor öfter genannten UHD-Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten mit 10 Bit UHD Deep Color bei 60Hz und einer Farbunterabtastung von 4:4:4. Von den acht fünf und zehn Meter langen HDMI 1.4a Kabeln, lieferte kein einziges ein stabiles Bild! Natürlich sind wir dann hergegangen und haben im Netz mal ein paar explizit mit HDMI 2.0 beworbene HDMI-Kabel bestellt, insgesamt sechs Kabel, jeweils zehn Meter lang von den unterschiedlichsten Marken und aus den unterschiedlichen Preisbereichen bis hoch zu 102 Euro. Machen wir es kurz, nicht ein Einziges dieser mit HDMI 2.0 beworbenen HDMI-Kabel funktionierte ohne Bildaussetzer!


Auf den Querschnitt der Innenleiter kommt es an, im Bild oben bei der schematischen Darstellung gut zu erkennen. Darüber sehen Sie ein aufgeschnittenes HDMI-Kabel. 

 

Typische HDMI-Kompatibilitätsprobleme äußern sich wie folgt:

  • Verlust der gesamten Audiowiedergabe oder Aussetzer und Störungen.
  • Verlust der kompletten Bild- und Tonausgabe.
  • Einfrieren des Signals am Wiedergabe- oder Sichtgerät.
  • Sehr langer HDCP-Handshake (Verbindungsaufbau) bis eine Verbindung zustande kommt.
  • Kein Zugriff auf die HDMI-Einstellungen am Wiedergabegerät (vor allem bei Blu-ray Player).
  • Wiederkehrender blauer oder schwarzer Bildschirm - einige Sekunden nachdem bereits ein Bild dargestellt wurde.
  • Feine Klötzchenbildung oder blitzende kleine Bildpunkte (Sparkles) durch fehlende Informationen bei der Signalübertragung mit langen Kabeln.
  • Bildausfall beim Empfang eines HDTV-Senders, z. B. Sky HD mit aktivierter HDCP-Verschlüsselung.


Vergoldete Kontaktstege innen und eine vergoldete Steckeroberfläche beugen zwar der Korrosion vor, sagen aber rein gar nichts über die Qualität des Steckers im Inneren aus.



Die inneren Werte zählen: Oben sehen Sie in einem weiteren Bild, dass die unterschiedliche Kabeldicke nichts über das Innere und deren Aufbau aussagt. Obwohl das Kabel links außen sehr massiv und dick ist, ist der innere Aufbau sehr dünn mit mangelhafter Abschirmung - so etwas nennt man dann Blender. Es ist einfach ein Glücksspiel und Sie sind im Übrigen auch dann nicht auf der sicheren Seite, wenn Sie sehr teure HDMI-Kabel kaufen, selbst auf bekannte Namen können Sie sich heute nicht zwangsläufig mehr verlassen.

 

Die Trial-and-Error-Methode ist angesagt

Die Qualität eines HDMI-Kabels ist, wollen Sie zukünftig HDMI 2.0 mit 50Hz/60Hz nutzen, extrem wichtig geworden! Der Querschnitt der Innenleiterkabel spielt hier die entscheidende Rolle, was das Übertragen von hohen UHD-Auflösungen und Farbtiefen angeht. Auch die Stecker sollten hochwertig verarbeitet sein. Eine Kontrolle am Kabel von außen ist leider oft nur schwer möglich, denn die dicke des Kabels sagt leider rein gar nichts darüber aus, wie es im Inneren des Kabels aussieht, also wie das Kabel aufgebaut ist. Es ist derzeit aber auch nicht möglich Kabel- bzw. Kaufempfehlungen auszusprechen. Weder eine bestimmte Marke noch der Preis der Kabel entscheidet über - funktioniert oder funktioniert nicht. Oft kann man zum Thema auch lesen, HDMI-Kabel, die mit „HDMI Highspeed“ bezeichnet sind, wären alle 4K/UHD fähig, weil die HDMI Licensing Org klar kommuniziert hat, dass der kommende HDMI 2.0 Standard mit „Highspeed“ gekennzeichneten Kabeln auskommen soll. Aber dieses theoretische Wunschdenken stimmt, wie unsere Tests zeigen, mit der Praxis so leider gar nicht überein. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese mit „Highspeed“ gekennzeichneten Kabeln mit 4K/UHD bei 50Hz/60Hz funktionieren ist nur höher, mehr aber auch nicht. Und auch der Umstand, dass HDMI-Kabel eigentlich nicht mehr nach dem HDMI-Standard bezeichnet bzw. gekennzeichnet werden sollen, sondern nur nach „Highspeed“ und „Standard“-Kabel, der hilft bei HDMI 2.0 so leider dann auch nicht mehr weiter, denn es kommt wie gesagt vor allem auf die Länge an, ob es funktioniert oder nicht. Und HDMI 1.4a HDMI Repeater, also Signalverstärker, die das Signal für große Kabellängen verstärken, sind im Übrigen derzeit auch keine Lösung, diese kommen auf die hohe Bandbreite von HDMI 2.0 gar nicht klar, auch hier braucht es neue HDMI 2.0 geeignete Versionen.    

Mit diesem Artikel wollen wir Sie im Grunde auch nur sensibilisieren, was das Thema Ultra HD, HDMI 2.0 und die verwendeten HDMI-Kabel betrifft. Von daher merken Sie sich bitte, je länger das HDMI-Kabel, desto problematischer wird es eine stabile Verbindung aufzubauen. Bis zu einer Auflösung von 3.840 x 2.160 mit 24Hz/30Hz gibt es meist noch keine Probleme, die Probleme fangen mit 50Hz/60Hz in Verbindung mit 10/12 Bit UHD Deep Color an. Zur Not muss man den Zuspieler oder den PC eben näher an den TV ran rücken, um kürzere Kabel einsetzen zu können.

Von daher gibt es derzeit leider nur einen Tipp – bestellen und ausprobieren, anders kann man nicht heraus finden, ob das Kabel den eigenen Ansprüchen genügt und ob alles so funktioniert, wie gewünscht. Mit HDMI 2.0 wird das HDMI-Kabel auf jeden Fall wieder wichtiger denn je zuvor und unter Umständen zu einer echten Stolperfalle.

Abschließend noch ein paar allgemeine Tipps und Tricks im Umgang mit HDMI-Kabeln

  • Achten Sie auf eine zweifach Schirmung des Kabels, besser noch wäre eine dreifach-Schirmung.
  • Fallen Ihnen über das gesamte Bild verteilt blitzende Pünktchen auf, haben Sie unter Umständen ein Dämpfungsproblem im HDMI-Kabel. Tauschen Sie testweise das HDMI-Kabel gegen ein anderes aus.
  • Bei Kabellängen bis zu drei Metern können Sie ruhigen Gewissens auch zu einem günstigen Kabel greifen - einen Bildunterschied werden Sie nicht feststellen. Besteht zwischen den beiden zu verbindenden Geräten keine grundsätzliche Inkompatibilität, sind auch keine Probleme zu erwarten. Haben Sie bereits mit einem nur ein Meter langen Kabel Verbindungsprobleme, hilft in den meisten Fällen auch kein teures Kabel. Überprüfen Sie den richtigen Sitz der Stecker in den Buchsen am Bildschirm und am Zuspielgerät. Das gilt für HDMI 1.4a und besonders für HDMI 2.0!
  • Bei Kabellängen zwischen fünf und zehn Metern sollten Sie nicht unbedingt zu dem billigsten Kabel greifen, ein großer Querschnitt der Innenleiter bzw. der einzelnen datenführenden Kabel ist hier äußerst wichtig! Tauchen bei großen Längen Verbindungsprobleme auf, haben Sie eventuell ein grundsätzliches Entfernungsproblem.
  • Schauen Sie sich das Kabel Ihrer Wahl genau an und lassen Sie sich immer ein Umtauschrecht einräumen. Auch wenn das Kabel so dick wie Ihr Daumen ist, sagt das leider oft rein gar nichts über die Qualität im Inneren des Kabels aus.
  • Achten Sie auf einen festen Sitz in der HDMI-Buchse. Lässt sich der Stecker in der Buchse Hin und Her bewegen, ist das ein Zeichen für einen schlechten Stecker am Kabel oder eine minderwertige HDMI-Buchse am Gerät.
  • Setzen Sie jegliche Art von Adaptern mit Bedacht ein. Bei einer HDMI 2.0 Verbindung sollte gänzlich auf Adapter verzichtet werden.
  • Haben Sie nur Probleme bei einer HDCP gesicherten Verbindung, bewegen Sie das Kabel am Zuspielgerät und am Bildschirm in der Buchse leicht hin und her bzw. vor und zurück. Oft ist nur der Kontakt innerhalb der Buchse schlecht. Das wirkt sich besonders auf das zeitkritische HDCP-Protokoll aus.
  • Haben Sie über eine HDMI-Verbindung Knackprobleme beim Ton, z. B. beim Umschalten, hilft meistens auch kein anderes Kabel. Hier liegt eine Inkompatibilität der beiden miteinander verbundenen Geräte vor. Unter Umständen kann hier ein Firmwareupdate des Herstellers helfen.

 

Und am Ende des Artikels möchten wir Ihnen abschließend noch empfehlen, sich einmal unsere aktuellen und äußerst beliebten UltraHD-Testbilder anzuschauen, die Sie bei uns im Shop günstig erwerben können. So gut wie alle Kunden, die unsere UltraHD-Testbilder einsetzen, sind begeistert, wie sie das Bild ihres Ultra HD-Fernsehers mit Hilfe unserer Testbilder visuell deutlich sichtbar verbessern konnten. Sollten Sie also ebenfalls unter Verbindungsproblemen leiden und haben Sie diese evtl. mithilfe unseres Ratgebers gelöst, wäre es doch doppelt toll, wenn Sie das Bild ihres TV noch zusätzlich verbessern können.

Die Burosch Referenz Test- und Realbilder zum Download im brandneuen Ultra HD-Format“ beinhalten 14 Testbilder, siehe Bild oben - Link zum Shop

 

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Ihr Team von Burosch Audio Video Technik

Autor: Wolfgang Fleischer

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