3D Grundlagen

Neben der herkömmlichen Anaglyphen Technik mit den rotgrün Brillen oder der Polfiltertechnik in der Beamerwelt ist die Shutterbrillentechnik für den anspruchsvollen 3D Heimkinonutzer die bekannteste und beste Lösung. Leider bietet diese Shutterbrillentechnologie auch ein paar technische Probleme: Der sog.Crosstalk stört die Bildqualität. Und um diesen negativen Einfluss zu kontollieren und gegebenfalls zu optimieren gibt es die 3D Crosstalk Testbilder.

Crosstalk 3D 2D

Senkrechte kontrastreiche Linien zeigen keine Doppelkonturen.
Bild 1: Optimaler Crosstalk Wert
Bitte beachten Sie die deutlichen Doppelkonturen besonders sichtbar an der Laterne.
Bild 2: Schlechter Crosstalk Wert

Bei der 3D Technik ist die Shutterbrille Stand der Technik 2011. Leider stört der Crosstalk gemeint sind sog. Geisterbilder im entsprechenden anderen Auge. Eine Bildinformation im linken Auge zeigt sich im rechten Auge und vermindert somit die Bildqualität. Bitte beachten Sie dazu die störenden Doppenkonturen der Laterne im Bild 2. Bei hohen Kontrastwerten d.h. schwarze senkrechte Linien vor hellem Hintergrund fallen hohe Crosstalkwerte sehr deutlich auf. Diese schlechte Bildqualität zu messen fällt mit den von uns entwickelten Crosstalk Testbildern ganz leicht. Entsprechend den Segmentabschnitten einer Uhr kann auf unseren Crosstalk Testbildern der Prozentwert definiert werden, um wieviel Prozent die Bildinformation von linken Auge einen Einfluss auf das andere Auge hat. Dieser Wert ist abhängig vom Luminanz Kontastverhältnis und auch vom Chrominanz Einfluss.
Labore und Industriefirmen werden von uns über die Messtechnik individuell gern informiert
Bitte beachten Sie dazu auch unsere entsprechende technische Dokumentation zum Download. Selbstverständlich sind unsere 3D Crosstalk Testbilder auch zum Download www.burosch.de

Referenz Testbild zur Messung des 3D Crosstalk Wertes bei 100% Luminanz Kontrastverhältnis

50% Kontrast R 100% Chroma G 100% Chroma

Referenz Testbilder zur Messung des 3D Crosstalk Wertes bei 50% Luminanz Kontrastverhältnis

Referenz Testbilder zur Messung des 3D Crosstalk Wertes bei 100% Chrominanz RGB Kontrastverhältnis.

Selbstverständlich bieten wir die von uns entwickeleten 3D Crosstalk Testbilder in allen Verfahren an wie Side-by-Side, Top-Button, als JPG-Dateien, als MPO-Dateien und auch auch Blu-ray Disk.
Bitte nehmen Sie dazu einfach Kontakt mit uns auf. Gewerbliche Nutzer beraten wir gern.


 

3D - Das neue Fernsehen !

Die Anbieter von Fernsehern und Blu-ray-Playern überschlagen sich mit Produktankündigungen. Die Antwort ist einfach: Weil man es kann. Die Blu-ray-Disc mit ihrer enormen Speicherkapazität bietet den Platz für die zusätzlichen Daten, die immer schneller schaltenden Flachbild-Displays erlauben wie im Kino die abwechselnde Darstellung der Perspektiven für linkes und rechtes Auge.

Ob der Verbraucher das überhaupt verlangt, ist nicht entscheidend. Aber man geht davon aus, und zwar mit Recht. 3D-Bilder und ganz besonders bewegte 3D-Bilder waren schon immer eine besondere Attraktion. So bekamen Kinder früher den Guckkasten Viewmaster geschenkt, in dem 3D-Dias auf einer Scheibe rotierten, Erwachsene erfreuten sich in Imax-Kinos an räumlichen Bildern aus dem Weltall. Und die Einspielrekorde von "Avatar" und "Alice in Wunderland" sprechen eine deutliche Sprache.

Das Grundprinzip räumlichen Sehens

So wie der Mensch zwei Ohren zum räumlichen Hören hat, so nutzt er seine beiden Augen, um die Anordnung seiner Umgebung zu erfassen. Rund 6,5 Zentimeter sind die Augen auseinander, und genau so sollte man zwei Kameras für 3D-Aufnahmen positionieren. Die Schwierigkeit liegt darin, diese beiden Perspektiven zu den beiden Augen zu bekommen. Denn nur dann bekommt der Zuschauer das unvergleichliche Gefühl der Tiefe, das sich bei normalen Bildern nur selten einstellt.


Ein 3D-Missverständnis betrifft die Systeme. Dabei besteht die Kette dreidimensionaler Bewegtbildverarbeitung aus verschiedenen Technologien, die nur eines gemeinsam haben: Es werden die beiden Perspektiven aufgenommen, transportiert und dargestellt. So hat die Art der Speicherung auf einer Blu-ray nichts damit zu tun, wie der Bildschirm die beiden Perspektiven darstellt. Seit über 20 Jahren gibt es Prozessoren und Bildspeicher, die eine beliebige Wandlung von einem Format ins andere erlauben. Für 3D mit voller HD-Auflösung ist der Aufwand zwar doppelt so hoch wie für normales HDTV, doch Chips für 200 Hertz beherrschen das notwendige Arbeitstempo bereits. Die 3D-Brille hat also nichts mit der 3D-Blu-ray zu tun – es sei denn, der Film ist im veralteten Rot-grün-Verfahren gespeichert. Auch Player und Bildschirm arbeiten problemlos zusammen, wenn sie ein gemeinsames Übertragungsformat haben. Den Rest erledigt die Elektronik.
 

10 Fakten zu 3D

  • Filme wie "Monster House" oder "Chicken Little" haben in 3D-Kinos das Drei- bis Vierfache ihres normalen Umsatzes erzielt.
  • Dieses Jahr werden rund 30 Spielfilme in 3D auf die Kinoleinwände kommen, im nächsten Jahr an die 50 Filme.
  • 3D-Verfahren mit farbigen Brillen sind veraltet, sie verfälschen die Farben stark.
  • Der 3D-Standard für Blu-ray ist für jede Art von Bildschirmen geeignet, die 3D darstellen können und die passenden Signale annehmen – unabhängig von der verwendeten Technologie.
  • Alle aktuellen 3D-Verfahren arbeiten mit Brillen, die auf den jeweiligen Schirm angepasst sind.
  • Displays für 3D ohne Brille sind möglich, aber entweder unscharf oder nur für einen Zuschauer geeignet.
  • Die Mehrzahl der TV-Geräte mit 200 Hz LCDs und mit Plasmatechnik wird schon bald 3D-fähig sein.
  • 3D-Darstellung ist mit einem hohen Lichtverlust verbunden, verschlechtert also die Energieeffizienz der Bildschirme.
  • Die Umrechnung von normalen TV-Bildern oder Filmen in 3D ist möglich, liefert aber schlechtere Ergebnisse als echtes 3D.
  • 3D entspricht nicht vollständig dem natürlichen Sehen, da die Anpassung der Augen auf Nähe oder Ferne entfällt und sich die Bilder bei Kopfbewegung nicht verändern.

So wird 3D produziert

Dreidimensionale Filme lassen sich auf unterschiedliche Arten erzeugen. Das Ergebnis muss dabei aber immer aus zwei Perspektiven bestehen, die wie die Blinkwinkel für rechtes und linkes Auge aussehen. Die drei derzeitigen Möglichkeiten sind:

Berechnung im Computer; die meisten 3D-Streifen im Kino stammen direkt aus dem Rechner, wo alle Daten bereits räumlich vorliegen. Dann muss nur zweimal berechnet werden, was jedoch viel Aufwand bedeutet, da selbst Hochleistungscomputer schon an einer Version mehrere Wochen arbeiten.

Aufnahme mit zwei Kameras nebeneinander; reale Szenen werden so gefilmt, dass die beiden Kameras im Augenabstand voneinander platziert werden. Doch je nach verwendeter Optik, etwa Tele oder Weitwinkel, muss man variieren, damit es natürlich aussieht. Bei visuellen Effekten sind besonders problematisch: Wenn zum Beispiel die untergehende Titanic nur ein Zehntel der echten Größe hat, muss auch der Kameraabstand auf ein Zehntel schrumpfen, sonst sieht der Dampfer wie Spielzeug aus. Derzeit sind noch keine Kameras lieferbar, die von Haus aus für 3D vorbereitet sind. Sie sollen aber im Laufe des Jahres auf den Markt kommen.

Nachträgliche Umrechnung; noch kam kein Film ins Kinos, der künstlich von 2D zu 3D verwandelt wurde, aber es wird an etlichen Produktionen gearbeitet – etwa an den älteren "Star Wars"-Episoden. Damit 3D bei diesen Filmen auf der Kinoleinwand funktioniert, ist allerdings viel Aufwand nötig: Unter anderem werden die Szenen werden Bild für Bild zerlegt und nach Tiefe gestaffelt.


So sieht 3D im Kino aus

Das Bestreben der Hollywood-Studios war es, das 3D-Erlebnis zuhause möglichst gleichwertig zum Kino zu realisieren. Die Pixelzahl stimmt nahezu exakt überein, die Kinodateien haben entweder 2.048 x 858 Pixel (für Fime im 2,39:1-Format) oder 1.998 x 1.080 (für Filme im 1,85:1-Format). Ebenso die Bildwechselfrequenz, da man 48 Hertz für zweimal 24 Bilder in der Sekunde nutzt. Genauso wie im Wohnzimmer oder Home Cinema gibt es im großen Kino ein einheitliches Format für die Speicherung der 3D-Bilder, aber viele unterschiedliche Technologien für die Darstellung.
Im Prinzip ließe sich jedes Projektionsverfahren, das im Kino zum Einsatz kommt, auch zuhause verwenden. Die Firma Xpand benutzt im Kino ähnliche Shutterbrillen, wie sie für die modernen LCD- oder Plasmaschirme benötigt werden. RealD im Kino verwendet dagegen Polfilterbrillen, die mit den neuen Fernsehern nicht funktionieren, nur mit älteren LCD-Schirmen. Das Dolby-Verfahren mit unterschiedlichen Farbspektren lässt sich durch Zusatzfilter mit zwei Projektoren zuhause nutzen. Anders als auf Blu-ray hat das digitale Kino aber einen größeren Farbraum und höhere Farbauflösung. Die Kompression ist geringer, beide Perspektiven sind unabhängig voneinander.


So funktioniert 3D auf Blu-ray

Für echtes 3D im Kino zu Hause werden neue Blu-ray-Player benötigt. Ältere Geräte spielen die neuen 3D-Filme zwar ab, allerdings nur zweidimensional. Das neue 3D-Profil der Blu-ray Disc Association (BDA) macht die Codierung im Multiview Video Coding (MVC) zur Pflicht. Das bedeutet, dass zusätzlich zum normalen 2D-Datenstrom, der das Signal fürs linke Auge enthält, ein weiterer Strom für die zweite Perspektive gespeichert ist. Er enthält die Unterschiede für das rechte Auge, also kein weiteres volles Bild. Doch daraus lassen sich zwei Full-HD-Signale mit jeweils 1.920 x 1.080 Pixeln und 24 Bildern pro Sekunde (exakt: 23,976) errechnen. Ebenfalls möglich ist die Speicherung mit 1.280 x 720 bei 60 Hertz (59,94), was sich für Sportaufnahmen eignet.
Weitere Formate sind nicht zugelassen, also weder Standardauflösung noch 50 Hertz beziehungsweise Interlaced (Halbbilder, 50i oder 60i). Verzichten muss man im 3D-Betrieb auf Bild-im-Bild-Boni, doch ansonsten sind die Discs nicht von normalen Blu-ray-Editionen zu unterscheiden.
Kritisch sind Anschlüsse. Hier ist im 3D-Standard nichts festgelegt, es gelten also die strengen Bestimmungen des AACS-Kopierschutzes. Und das bedeutet, dass als Schnittstelle nur HDMI infrage kommt. Bei analogen Signalen ist den Hollywood-Studios der Schutz zu löchrig, abgesehen davon ist 3D über solche Schnittstellen nicht standardisiert. Alle Bildschirme, die also eine direkte Ansteuerung zum Beispiel mit 120 Hertz verlangen, sind damit schon mal ungeeignet für 3D von Blu-ray.


3D auf der PS3

Es ist kein Geheimnis: Sowohl der 3D-Standard für Blu-ray als auch HDMI 1.4 wurden auf das zugeschnitten, was die Playstation 3 von Sony bereits kann. Selbst die Sony-Konkurrenz hatte keine Einwände, da mit der PS3 als Abspieler sofort ein großer 3D-Markt existiert. Details sind zwar noch unklar, doch nach derzeitigem Stand darf jeder Besitzer einer PS3 davon ausgehen, ab Juli im Besitz eines vollwertigen 3D-Players für Blu-ray-Discs zu sein. Dann nämlich soll das Upgrade per Software zugespielt werden. Einige Spiele kann man schon heute in 3D genießen (wie gut können Sie auf Seite 26 nachlesen).

Bedenken, dass die 3D-Qualität nicht dem anderer Player entsprechen könnte, scheinen unbegründet. Denn der Cell-Prozessor kann zwei Videostreams in voller HD-Auflösung decodieren. Die Ausgabe erfolgt bei
Blu-ray mit 24p, wobei beide Bilder in einen Frame gepackt werden; das ist im HDMI-Chip, der in der PS3 steckt, schon so vorgesehen. Offen ist, ob die Playstation dem Fernseher das 3D-Format automatisch mitteilen kann.


So kommt 3D ins Fernsehen

Während es auf Blu-ray einen weltweit gültigen Standard gibt, existiert so etwas für dreidimensionales Fernsehen nicht. Trotzdem haben zahlreiche Sender (u. a. Sky in England) bereits angekündigt, im Laufe des Jahres spezielle 3D-Kanäle zu starten. Ihnen gemeinsam ist jedoch, dass man hier 3D-Verfahren verwendet, die ausschließen, dass das Programm auch mit normalen Fernsehern betrachtet werden kann – sie sind also nicht rückwärtskompatibel. Dabei werden nämlich die Perspektiven in ein einzelnes Bild gepackt, was den Vorteil hat, dass man es über vorhandene TV-Technik übertragen kann, vom Satellitentransponder bis zur heimischen Settop-Box.

Bevorzugte 3D-Variante dürfte zumindest für den Anfang die so genannte Side-by-side-Methode sein. Betrachtet man das Bild auf einem normalen Schirm, sieht man die beiden Perspektiven nebeneinander, beide seitlich gequetscht. Die 3D-Elektronik im Bildschirm muss sie also neu berechnen und den beiden Augen zuordnen. Bei voller HD-Auflösung hat dann jedes Bild nur 960 x 1.080 Pixel. Verbessern lässt sich das Ergebnis, wenn die Schachbrett-Abtastung verwendet wird, die Sensio entwickelt hat; dieses Verfahren ist auf den ersten Blick nicht von Side-by-side zu unterscheiden, da es sonst nicht in MPEG übertragen werden könnte.
Auf mittlere Sicht kann man auch Settop-Boxen erwarten, die den MVC-Codec verstehen, wie er auf Blu-ray verwendet wird. Dann wird bei 3D-Sendungen einfach der Hinweis eingeblendet, dass nun Brillen aufgesetzt werden können. Ein extra Kanal für 3D ist dann nicht mehr nötig, und die Auflösung ist auch nicht mehr beschränkt.


So funktionieren 3D-Fernseher

Allen neuen 3D-Fernsehern ist gemeinsam, dass sie mit schnellem Bildwechsel und Shutterbrillen arbeiten, die mal das linke, mal das rechte Auge freischalten. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten bereits auf.

Relativ einfach ist die 3D-Umsetzung bei Plasmaschirmen. Denn erstens reagieren die Leuchtzellen extrem schnell und zweitens schaltet die Elektronik immer alle Pixel gleichzeitig auf das nächste Bild um. Dadurch ist es möglich, einen 120-Hz-Rhythmus in zweimal 60 Bilder pro Auge aufzuteilen. Man handelt sich dabei allerdings wieder den 3:2-Pulldown ein, also das kinountypische Ruckeln bei Filmwiedergabe. Und bei TV-Signalen, etwa von Sky, fällt man auf leicht flackerndes 50 Hertz zurück. Panasonic erlaubt bei Blu-ray-Zuspielung immerhin 96 Hertz, also 48 Bilder pro Auge. Die Zeit wird zeigen, ob für die Zuschauer Ruckeln oder Flackern das geringere Übel ist; 144 Hertz, also 72 Bilder in der Sekunde pro Auge, sind dagegen nicht möglich.

Schwieriger wird es bei LCD, wo Panels mit 100 beziehungsweise 120 Hertz nicht ausreichen. Denn die Pixel werden einer nach dem anderen von oben nach unten umgeschaltet, dazu kommt die immer noch relativ langsame Reaktion der Flüssigkristalle, so dass es keinen ausreichend langen Zeitraum gibt, in dem die Brille öffnen könnte. Deswegen nehmen die ersten Hersteller Panels mit 200/240 Hertz, die im 3D-Modus allerdings auf 120 Hertz zurückfallen, also 60 pro Auge. Erst mit nochmals deutlich schnelleren Panels sowie pulsierender LED-Hintergrundbeleuchtung lässt sich echtes 240 Hertz, also 120 Bilder pro Auge, realisieren. Diese Geräte werden dann in der Regel mit 400 bzw. 480 Hertz angegeben.

Eine andere Technik setzt auf Polfilterbrillen, für die allerdings eine Filterfolie auf dem Schirm nötig ist. Das macht die Fernseher teuer, während die Brillen günstig sind – gut für Kneipen oder andere öffentliche Vorführungen. Polfilterbrillen kosten rund einen Euro, für Shutter-Modelle sind Preise jenseits von 100 Euro angekündigt.


So funktionieren 3D-Brillen

Ein häufiges Missverständnis ist es, die Brillen für den 3D-Effekt verantwortlich zu machen. Das mag beim veralteten Rot-grün-Verfahren gestimmt haben, bei modernen Systemen ist eine exakte Anpassung der Brillen auf die Darstellungsweise des Displays notwendig. Sonst kommt es zu Störungen wie Übersprechen, bei denen die andere Perspektive noch als Geisterbild zu sehen ist, oder zu Flackern. Da es nur wenige Hersteller von Shutterbrillen gibt, dürften in den meisten Fällen auch nicht vom TV-Hersteller gelieferte Brillen funktionieren; doch optimale Resultate sind nicht garantiert.


Das sind die Nachteile von 3D

Das Thema 3D steht im krassen Gegensatz zum Trend Energiesparen. Denn die Effizienz sinkt gewaltig, also das Verhältnis von Lichtleistung zu Strommenge. So halbiert 3D-Technik prinzipbedingt die Helligkeit pro Auge, dazu kommen weitere Verluste durch Filter und Brillen, so dass der tatsächliche Wert irgendwo zwischen 25 und zehn Prozent liegt. Das 3D-Bild ist also erheblich dunkler.
Doch echter 3D-Genuss sollte im Dunkeln stattfinden, da alle Lichter im Raum den Effekt erheblich stören, etwa durch Spiegelungen in den Brillen und auf dem Frontglas. Selbst wenn im 3D-Betrieb die Lichtleistung des Schirms etwas hochgedreht werden muss, kann man das durch Einsparung bei der Raumbeleuchtung zum großen Teil wieder ausgleichen. Außerdem benötigt man im Dunkeln ohnehin weniger Helligkeit auf dem Schirm.
Dazu kommt: Auch zweiäugiges Sehen ist nicht perfekt, es fehlen die Einflüsse durch Kopfbewegung und Fokussierung der Augen. Nicht Jeder genießt daher 3D auf Anhieb.

3D aufzeichnen

In Japan hat Panasonic bereits erste Blu-ray-Recorder vorgestellt, die 3D-fähig sind, nämlich die Modelle DMR-BWT1000, 2000 und 3000. Dabei handelt es sich allerdings um Geräte, die normales Fernsehen aufnehmen oder 3D-Blu-rays abspielen können. Die Fähigkeit der Recorder hat nichts mit 3D-Fernsehen zu tun.

Der von der britischen BSkyB angekündigte 3D-Kanal lässt sich nämlich mit jedem Harddisc-Satellitenreceiver für den Sky-Dienst aufzeichnen, da er das Im-Bild-Verfahren Side-by-side nutzt, bei dem die beiden Perspektiven seitlich gequetscht gemeinsam ausgestrahlt werden. Das zeichnet jeder beliebige HD-Recorder auf – bei Sky allerdings eingeschränkt durch das verwendete Verschlüsselungssystem. Für Side-by-side oder ähnliche Techniken ist weder eine spezielle Box noch ein besonderer Recorder nötig. Nur der Bildschirm muss in der Lage sein, das Bild korrekt darzustellen. Auch die in Europa angebotenen BD-Recorder von Panasonic könnten 3D aufnehmen, wenn zum Beispiel der deutsche Sky-Ableger oder das ZDF einen Kanal dieser Art starten würde.

Anders verhält sich die Lage, wenn in Zukunft 3D mit Zusatzdaten gesendet wird, ähnlich also wie bei der Speicherung auf Blu-ray-Disc (H.264 MVC). Falls der Datenstrom direkt aufgezeichnet wird, bleibt die zweite Perspektive erhalten. Sie kann aber von normalen Recordern nicht decodiert und wiedergegeben werden. Das Abspielen einer Blu-ray-Disc mit einer solchen Aufzeichnung könnte theoretisch über einen 3D-Player funktionieren – aber nur, wenn das Sendeformat zu den auf Blu-ray zugelassenen Normen gehört, etwa 720p mit 60 Hertz.


3D-Erfinder Lenny Lipton

Viele Technologien, die heute 3D im Wohnzimmer oder im Kino möglich machen, stammen von einem Mann: Lenny Lipton, der im Mai 70 Jahre alt wird. Er hält 31 Patente in diesem Bereich, weitere 40 sind beantragt. Er hat die Shutterbrillen perfektioniert, mit der Entwicklung der so genannten Crystal Eyes, aber auch die Z-Screen-Scheibe für das Polfilter-Verfahren, das mit vielen DLP-Projektoren im Kino verwendet wird – also die beiden heute im Kino dominierenden Systeme. Als Filmemacher gründete Lipton 1980 die Firma Stereo-graphics, die 2005 von RealD übernommen wurde. Dass RealD heute wichtigster Partner für 3D-Technik der großen Gerätehersteller ist, verdankt die Firma den Entwicklungen Liptons. Seit seinem Ausscheiden bei RealD arbeitet Lipton für Oculus3D an einem neuen Format für 35-mm-Film. Von ihm stammt das Buch "Foundations of the Stereoscopic Cinema", das man über die Webseite www.stereoscopic.org/library kostenlos herunterzuladen kann.


HDMI & Co: Die richtigen Verbindungen

Nicht unproblematisch ist die Verbindung der Quelle zum 3D-Bildschirm. Denn wenn sie nicht passt, ist das Vergnügen vorbei, bevor es begonnen hat; oder das Bild erscheint verzerrt, unscharf oder anderweitig gestört in 2D. Die wichtigsten Möglichkeiten sind:

HDMI 1.4 – Wenn die Quelle, also etwa ein Blu-ray-Player, und das Display über HDMI nach Standard 1.4 verbunden sind, sollte es keine Probleme geben, da sich beide Komponenten dann verständigen und das optimale Übertragungsformat wählen. HDMI-Kabel mit Versionsnummer 1.4 werden nicht benötigt, ein normales High-Speed-Kabel (Cat 2) genügt.

HDMI in älteren Versionen – Einige Chipsätze älterer Bauart, etwa die in der PS3 verwendeten, unterstützen bereits die 3D-Formate, die für Blu-ray benötigt werden. Unklar ist hier derzeit nur, ob darüber auch die automatische Kennung möglich ist oder ob von Hand der passende Modus gewählt werden muss. Theoretisch wäre es denkbar, die 3D-Signale durch AV-Receiver durchzuschleifen (HDMI Passthrough); mit Sicherheit nicht möglich ist eine Skalierung im AV-Receiver oder auch das Einblenden von Menüs. Wenn das Durchschleifen nicht funktioniert, muss man eine direkte HDMI-Verbindung von Player zu Bildschirm herstellen; dann lassen sich die HD-Audiospuren (DTS-HD und Dolby TrueHD) nicht nutzen, außer beim Panasonic DMP-BDT300, der aus diesem Grund über zwei HDMI-Ausgänge verfügt. Mit dem ersten Samsung-Player (Test Seite 28) hat das Durchschleifen von 3D durch einen AV-Receiver mit HDMI-1.3-Anschlüssen jedenfalls nicht funktioniert.

VGA – Vor allem neuere Nvidia-Karten für PCs beherrschen 3D-Betriebsarten, und zwar in Form von 120 Hertz. Meistens ist 120 Hz aber auf XGA- oder 720p-Auflösung beschränkt, da Full-HD zu viel Bandbreite benötigt. Ob diese dreidimensionalen Signale von einem Fernseher wiedergegeben werden können, hängt von der jeweiligen Bauart ab und muss von Fall zu Fall ausprobiert werden; allein die Tatsache, dass ein Schirm 120 oder mehr Hertz wiedergeben kann, reicht dafür nicht.

Video, S-Video – Normale Videosignale über Cinch oder Hosiden können ebenfalls 3D transportieren, aber nur als Im-Bild-Format, etwa Side-by-side oder Top-bottom. Auch hier hängt es vom Bildschirm ab, ob er eine entsprechende Schaltung eingebaut hat. Blu-ray-Player geben ihre 3D-Bilder nicht über Video ab, da hier kein Kopierschutz vorgesehen ist.


3D mit Projektoren

Viel besser geeignet für dreidimensionales Kino als Fernseher von 32, 40 oder 46 Zoll wären Projektoren; hier könnte man echtes Großbild genießen und alle störenden Raumeinflüsse ausblenden. Doch bisher ist nur ein einziges Modell angekündigt, das 3D ins Heimkino bringen soll: der CF3D von LG.

Zwar gibt es inzwischen zahlreiche Modelle mit DLP-Technik, die 3D-tauglich sind. Sie sind jedoch für Bildungseinrichtungen bestimmt und weisen meistens nur XGA-Auflösung auf (1.024 x 768 Pixel). Die Zuspielung müsste hier mit dieser Auflösung und 120 Hertz erfolgen, was aber von Blu-ray-Playern nicht unterstützt wird. Gleiches gilt für die neuerdings angebotenen 16:9-DLPs mit 1.280 x 720 Pixeln, etwa bei Acer oder Optoma. Es ist nicht anzunehmen, dass sie mit den 24p-3D-Signalen aus Blu-ray-Playern etwas anfangen können.

Eine interessante Alternative wäre die Projektion mit zwei DLP-Geräten, was insofern simpel zu realisieren ist, weil man mit jeweils einem Polfilter vor der Optik die beiden Bilder trennen kann. Doch auch diese Lösung hat Nachteile, weil man nach derzeitigem Stand ebenfalls keine 3D-Signale von Blu-ray zuspielen kann; denn die Bilder für links und rechts lassen sich bisher nicht auftrennen.

Der bisher einzige hochauflösende Projektor für 3D kommt von Projectiondesign aus Norwegen, wo man nicht die Treiberchips von Texas Instruments für DLP verwendet, sondern eigene entwickelt hat. Doch der F10 AS3D benötigt ein 120Hz-Signal, das BD-Player nicht liefern – zumindest nicht als 1080p.

Bleibt der CF3D von LG als erste wirkliche Option für das 3D-Home Cinema. Er soll ab Mai 2010 für rund 11.500 Euro zu haben sein. Dank doppeltem internen Aufbau mit zwei Lampen und sechs SXRD-Panels hat er genug Licht (2.500 Ansi-Lumen), um den Verlust durch die Polfilter einigermaßen zu kompensieren. Allerdings benötigt man eine Spezialleinwand mit Silberbeschichtung, damit die Polarisation nicht zerstört wird. Bei allen DLP-Projektoren ist das nicht erforderlich, dort braucht man allerdings die teuren Shutterbrillen.

Sowohl von Sony wie von JVC berichtet die Gerüchteküche, dass im Laufe des Jahres eigene 3D-Modelle kommen werden. Welche Technologie dafür verwendet wird, ob Shutter, Polarisation oder gar Spektralfilter, ist nicht bekannt. Auch die DLP-Hersteller werden nachziehen, so dass es zum Jahresende ein breites Angebot geben dürfte.

Das 3D-Kino durchlebte in seiner Vergangenheit viele Höhen und Tiefen. Doch nun scheint eine reelle Chance zu bestehen, den Film in drei Dimensionen auf lange Zeit hin zu etablieren.