Die DVD und ihre Derivate

Ähnlich wie die CD ist die DVD ein digitales Speichermedium, verfügt jedoch über eine weitaus höhere Speicherkapazität. Sie zählt zu den optischen Datenspeichern. Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene DVD-Formate, weshalb die ursprüngliche Bezeichnung "Digital Video Disc" später auch inoffiziell in "Digital Versatile Disc" (engl. für digitale vielseitige Scheibe) geändert wurde. Lesen Sie hier einige technische Hintergründe zu DVD-Video, DVD-RW ...

Die verschiedenen Formate:
So sieht eine DVD-Video im Detail aus:

So sieht eine DVD-Video im Detail aus

DVD-Video:  Die DVD-Video ist der erste Video-Datenträger, der gemeinsam von Hard- und Softwareanbietern spezifiziert wurde. Die DVD hat mit 12 cm den identischen Durchmesser wie eine CD. Erstmals wurden mit der DVD sogenannte Regionalcodes (Beispiele: Code 1 USA und Kanada sowie US-Außenterritorien, Code 2: Europa/nicht alle Länder, Grönland, Südafrika, Ägypten, naher Osten, Japan). Verzeichnisstruktur und Dateinamen einer DVD sind standarisiert und in den Regelwerken des DVD Forums festgelegt. Die Videodaten einer DVD liegen im Normalfall als MPEG-2-komprimierter Datenstrom vor. Das ältere MPEG-1-Format wird ebenfalls unterstützt, hat aber keine praktische Bedeutung. PAL-DVDs bieten eine Auflösung von 720x576 Bildpunkten mit 25 Hz, während NTSC-DVDs 720x480 Bildpunkte und 29,97 Hz aufweisen- Der Ton einer DVD-Video kann in PCM, Dolby Digital oder DTS vorliegen. Die DVD-Video war das erste Format, das durch Menüs auf der Disc dem Anwender direkten Zugriff z.B. auf gewünschte Szenen oder auf verschiedene Tonspuren (englisch oder deutsch) ermöglichte. Ebenfalls konnten nicht nur mehrere Tonspuren, sondern auch noch Zusatzmaterial wie gelöschte Szenen oder Audio-Kommentare von Schauspielern und dem Regisseur untergebracht werden.
Neben den gekauften DVD Video-Discs hat man die Möglichkeit, selber DVDs zu brennen. Nicht nur mittels des inzwischen obligatorischen DVD-Brenners im PC, sondern auch mittels Standalone-DVD-Recordern.
DVD-R: Eine DVD-R ist ein einmal bespielbares DVD –Medium, ähnlich einer CD-R, auf die man auch nur einmal Daten brennen kann. Ein DVD-R-Rohling weist eine Kapazität von 4,7 GB auf und verfügt im Gegensatz zu den meisten DVD Video-Discs (Dual Layer-Scheiben) über lediglich einen Layer. DVD-R ist das standardisierte Video-Recording-Format des DVD-Forums für nur einmal beschreibbare Medien. Ein großer Vorteil des DVD-R-Formats liegt darin, dass a) sehr viele DVD-Recorder auf diesem Format aufnehmen können und b) sehr viele DVD-Player (auch eine große Anzahl älterer Modelle) in der Lage sind, DVD-Rs abzuspielen.

DVD-RW

DVD-RW ist das offiziell vom DVD-Forum für DVD-Video-Recording abgesegnete Aufnahmeformat. DVD-RW ist geeignet, um  den digitalen Kopierschutz CPRM zu unterstützen. CPRM macht es TV-Sendern möglich, Aufnahmen auf eine einzige Kopiengeneration zu beschränken. Wird CPRM seitens des Senders aktiviert (was momentan noch nicht praktiziert wird), ist auf einem Gerät mit CPRM eine Kopie möglich, aber nicht von der ersten Kopie (Kopie der ersten Generation) eine erneute Kopie (Kopie der zweiten Generation). Recorder, die nicht über CPRM verfügen, werden die Aufnahme komplett verweigern. Von dieser Problematik betroffen sein dürften vor allem +RW-Recorder (Erläuterung zum Format folgt weiter unten), da CPRM hier nicht integriert wurde. Unten ein Schema, wie auf eine DVD-RW aufzeichnet wird:

Schema, wie auf eine DVD-RW aufzeichnet wird

Mit freundlicher Genehmigung von Pioneer

Kennzeichen des DVD-RW-Formats sind zwei verschiedene mögliche Aufnahme-Betriebsarten:
Die erste Betriebsart ist der DVD-RW Video Mode: Die mit konstanter Bitrate aufgenommenen Daten werden wie auf einer DVD-R abgelegt (VOB-Dateien). Solche DVDs können auf vielen Geräten abgespielt werden, in vielen Fällen selbst dann, wenn es sich um DVD-Player handelt, die nicht explizit für DVD-RW geeignet sind. Der Grund für die Kompatibilität liegt - ähnlich wie beim +RW-Format – in der verwendeten Ordnerstruktur, die vom Aufbau her stark einer DVD-Video ähnelt. Der Hauptvorteil des Video Modes ist daher auch die breite Kompatibilität zu einem Großteil der aktuell verkauften DVD-Player. Der Nachteil liegt in der Abwesenheit von Editiermöglichkeiten.

DVD-RW Video Recording Mode, „VR Mode“

DVD-RW VR-Modus
Erweiterte Aufnahme- und Editiermöglichkeiten bringt der DVD-RW Video Recording Mode, „VR Mode“ abgekürzt, mit. Hier wird eine völlig andere Datenstruktur verwendet, daher lassen sich solche Disks auch nicht auf dem PC auslesen. Vorteil ist eine je nach Gerät sehr feine Einstellmöglichkeit für die gewünschte Kompression, vielfältige Editiermöglichkeiten und "Playlists" wie bei MP3. Mittels des VR Mode ist es ohne weiteres möglich, ein "echtes" DVD-Menü selbst zu kreieren. Auch stellt es  kein Problem dar, die Inhalte in verschiedener Form zu bearbeiten, Szenen zu entfernen und neu zusammen zu fügen
 (DVD) +RW

Der Begriff "DVD+RW" in Verbindung mit dem original Schriftzug für den Begriff "DVD"

Der Begriff "DVD+RW" in Verbindung mit dem original Schriftzug für den Begriff "DVD" ist offiziell eigentlich nicht gebräuchlich, denn dieses Format hat nicht den Segen des DVD-Forums. Daher kann es  streng genommen nur als "+RW" bezeichnet werden. Hinter diesem Format für wiederbeschreibbare Discs steht die DVD+RW Alliance. (www.dvdrw.com).  So arbeitet +RW:

+RW stehende System zeigt technisch eine nahe Verwandtschaft mit dem DVD-Video-Format

Mit freundlicher Genehmigung von Pioneer

Das hinter +RW stehende System zeigt technisch eine nahe Verwandtschaft mit dem DVD-Video-Format, da die Videodaten in den gleichen Strukturen auf der DVD abgelegt werden (Video_ts-Ordner, VOB-Dateien/Video Objects)). Der Vorteil liegt auf der Hand: Eine große Anzahl an DVD-Playern  können +RW-Discs einlesen. Mitbegründer des +RW-Standards ist Philips. Wegen dieses Hintergrunds wird bei wird bei +RW-Recordern auf die Aufnahmefähigkeit für DVD-R verzichtet und stattdessen neben +RW nur +R (einmal bespielbar) als Aufnahmeformat unterstützt.
DVD-RAM

DVD RAM

DVD-RAM, genauso wie DVD-RW, ebenfalls offizielles DVD-Recording-Format des DVD-Forums - dies sieht man auch am Schriftzug (siehe Bild) mit dem original DVD-Logo.  Allerdings ist eine Einschränkung zu machen: Vom DVD-Forum ist dieses Format nur für den PC-Bereich und nicht für DVD-Video-Recorder vorgesehen. Der Vorteil von DVD-RAM-Discs (laut Panasonic bis zu 100.000 mal wiederbespielbar): Dieses Format arbeitet wie eine Festplatte mit verschiedenen Sektoren und bietet aufgrund der schnellen Zugriffszeiten die Möglichkeit, dass man, während der DVD-Recorder weiter auf die DVD-RAM aufnimmt,  sich bereits den Anfang der Aufnahme anschauen kann (Time-Shift). Ebenfalls kann man auf eine DVD-RAM eine Sendung aufzeichnen, während man sich eine andere Sendung, die auf derselben DVD-RAM gespeichert ist, anschaut. Ein Nachteil des DVD-RAM-Formats ist bedauerlicherweise, dass nicht allzu viele DVD-Player in der Lage sind, mit diesem Format zurecht zu kommen. Hauptsächlich verschiedene Panasonic-Modelle spielen DVD-RAMs ab. Dies hat auch seinen Grund, denn Panasonic ist Hauptinitiator dieses Formats für DVD-Videorecorder. Als einziges DVD-Recording-Format wird bei DVD-RAM auch "Caddy" eingesetzt, der ähnlich wie bei Sony's Mini Disc die DVD-RAM vor Staub und Kratzern schützen soll. So arbeitet DVD-RAM:
Mittlerweile gibt es viele DVD-Recorder, die auf mehrere Formate aufzeichnen können und somit flexibel einzusetzen sind.

Layerwechsel
Eine DVD-9 (die meist gebräuchliche DVD für die Speicherung von Spielfilmen momentan) ist eine DVD, bei der sich zwei Schichten (=Layer) auf einer einzigen DVD-Seite befinden. Nachdem der Laser des DVD-Players den ersten Layer komplett ausgelesen hat, muss sich der Laser umfokussieren, um am Beginn des zweiten Layers wieder einsetzen zu können. Dieser Layerwechsel macht sich bei vielen DVD-Playern durch ein Stehen bleiben des Bildes und einen hörbaren Tonaussetzer bemerkbar, besonders dann, wenn der Layerwechsel auf der DVD ungünstig (z.B. mitten in einer Szene) platziert ist. Je nach DVD-Player-Modell kann das Stehen bleiben des Bildes und der Tonaussetzer unterschiedlich lang ausfallen. Ein unsichtbarer Layerwechsel funktioniert bei DVD-Playern mit ausreichend dimensionierten Pufferspeicher (zum Daten speichern während der Umfokussierung) und einem Laufwerk mit hoher Auslesegeschwindigkeit.