Häufige Fragen

1080i oder 720p?

1080i oder 720p?

Darüber streiten sich sogar die Fachleute. Die viel größere Zeilenzahl lässt bei 1080i zunächst eine größere Bildschärfe vermuten. Allerdings halbiert sich diese bei der Interlaced-Darstellung durch den Halbbild-modus im Zeilensprungverfahren. Insofern bietet 720p aufgrund des  progressiven Vollbildverfahrens mit 50 Bildern pro Sekunde eine bessere Bewegungsauflösung, klarere Zeitlupe und schärfere Standbilder. Fernseher können in der Regel beide Standards darstellen und schalten automatisch in den vermeintlich besseren Modus. ABER! Das Grund-problem bleibt: Was einmal in Halbbilder aufgeteilt wurde, lässt sich nicht sauber in Vollbilder (Progressive Scan) wandeln - zumindest dann nicht, wenn die Halbbilder von einer Videokamera stammen und unterschiedliche Bewegungsphasen aufweisen. Denn 1080i bietet nur dann Vorteile, wenn es sich bei der Quelle um Filmmaterial mit 24 oder 25 Bildern pro Sekunde handelt. Hier lassen sich im Wiedergabegeräte (TV) die Halbbilder korrekt zu Vollbildern zusammensetzen, sodass die Auflösung von 1920x1080 Pixel ohne Artefakte realisierbar ist. Dafür muss die Komponente, die das De-Interlacing durchführt, eine Filmmode-Erkennung besitzen.

Warum überträgt man nicht Live-Sport in 720p und Spielfilme in 1080i?
Als die heutigen Anforderungen für HD-Empfänger und Fernsehgeräte definiert wurden, hatte man diese Möglichkeit ins Auge gefasst. Die Hardware kann beide Formate nahtlos verarbeiten, auch 50 und 60 Hertz wären machbar. Damit könnte man jedes Material so senden, wie es aufgenommen wurde, und so eine qualitätsmindernde Wandlung vermeiden.

Warum nutzen ARD, ZDF & Co. das 720p-Verfahren?
Die Sender folgen einer Empfehlung der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die in mehreren Versuchsreihen 2006 die Darstellung von 720p und 1080i verglichen hat. Dabei stellte sich heraus, dass bei gleicher Datenrate das 720p-Bild damals meistens besser bewertet wurde. Auch weitere Sender, wie Arte, ORF und SRG, senden in diesem Format.

Ist die 720p-Empfehlung veraltet, weil es immer mehr Full-HD-Geräte gibt?
Die EBU bezeichnete ihre Studie von 2006 als Momentaufnahme. Seither haben sich sowohl Verfahren für die Encodierung im Studio als auch in TV-Geräten weiterentwickelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Öffentlich-Rechtlichen auf 1080i umstellen, ist daher gering. Eher wahrscheinlich ist in einigen Jahren die Umstellung auf 1080p.

Verwandte Begriffe: 720p, 1080p, 1080i, Interlacing, Full HD, Ultra HD, HD, Auflösung