Häufige Fragen

DVB-C/DVB-C2

Das Kabelfernsehen ist nahezu überall bekannt, auch wenn nicht jeder die Möglichkeit hat, das Fernsehen aus der Dose zu schauen. In manchen Regionen ist die Chance höher, im Lotto zu gewinnen, woanders kann man sogar auf exklusiven Campingplätzen sein Wohnmobil mit einem entsprechenden Anschluss ausstatten. Kurzum: Es ist in Deutschland nicht jedem vergönnt, auf die kabelgebundene TV-Variante zurückzugreifen, die vor allem bei schlechtem Wetter den besten Empfang zulässt. Andererseits hinkt das Kabelfernsehen in punkto digitalem Fortschritt und Kosten hinter den alternativen Übertragungsmethoden hinterher, weshalb das C auch für „classic“ stehen könnte. Konkret steht für die Abkürzung DVB-C die englische Bezeichnung „Digital Video Broadcasting – Cable“ - also die Übertragung digitaler Hörfunk- und Fernsehsignale via Kabelanschluss, wie sie seit 1998 standardisiert wurde. Obwohl die Digitalisierung in Deutschland im Kabelbereich noch nicht abgeschlossen ist, wurde hier dennoch relativ schnell (2010) ein Nachfolger entwickelt, der vor allem eine höhere spektrale Effizienz bietet.

DVB-C findet unter dem ETSI-Standard EN 300429 beziehungsweise EN 302769 (DVB-C2) auch außerhalb der Grenzen Europas Verwendung. So zum Beispiel  in weiten Teilen Asiens, in Afrika, Australien sowie in Südamerika. Die USA (ATSC) und Japan (ISDB) stellen auch hier eine Ausnahme mit ihren eigenen Verfahren dar, die im Übrigen mit  DVB-C nicht kompatibel sind. 

Sowohl beim Satellitenfernsehen als auch bei der digitalen Kabelvariante ist es möglich, Video- und Zusatzdaten über nur eine Trägerfrequenz zu übertragen. Mithilfe des Multiplexverfahrens werden dafür mehrere Fernsehprogramme aber auch Radioprogramme in einem Kanal zusammengefasst. Der Vorteil des digitalen Kabelempfangs liegt eindeutig in seiner geringen Störanfälligkeit. Anderes als bei DVB-T kommt es hier nicht zu Interferenzen oder anderen Störungen der Empfangsfeldstärke, weshalb auf einfachere Modulationstechniken zurückgegriffen werden kann, was wiederum die effektive Datenrate erhöht. DVB-C2 arbeitet mit der Basismodulation 16-QAM bis 4096-QAM, variabler Bitrate, adaptiver Datencodierung, einer maximalen spektralen Effizienz von 83,1 Mbit/s und einer Downstreamgeschwindigkeit von 8 Gbit/s.

Somit können neben den Video- und Audiodaten problemlos zusätzlich interaktive Funktionen (elektronischer Programmführer oder digitaler Teletext) angeboten werden. Auch kommerzielle Dienste (Video-on-Demand, HbbTV) gehören zu den heute gängigen Zusatzdiensten im digitalen Kabelfernsehen. Allerdings sind diese - genau wie der HDTV-Empfang der Privatsender - mit einer zusätzlichen Gebühr verbunden und entsprechend verschlüsselt. Bis heute beansprucht DVB-C einen Großteil des Bezahlfernsehens (Pay-TV), das neben der Kabelgebühr auch weitere Kosten für die Decodierung verursacht. Moderne Fernsehgeräte sind seit 2010 zumeist mit DVB-C-Tunern ausgestattet, sodass zumindest die Anschaffung eines Receivers (Set-Top-Box) gegebenenfalls wegfallen kann. Für Pay-TV ist natürlich nach wie vor eine personalisierte Smartcard (CI/CI+) erforderlich.

Verwandte Begriffe: DVB, DVB-S, DVB-T, Bitrate, HbbTV, VoD
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