Häufige Fragen

PAL

Phase Alternating Line (PAL) ist ein westeuropäischer Fernsehstandard, der auch für Deutschland gilt. Gemeinsam mit dem SECAM-Verfahren wurde Mitte der 1960er Jahre das PAL-Verfahren eingeführt, das damals ausschließlich terrestrisch (Antenne) und im Zeilensprungverfahren (Interlace) übertragen wurde, jedoch über eine deutlich bessere Farbtondarstellung verfügte. Ein Grund für die bessere Farbqualität war die Erfindung des Fernsehpioniers Walter Brauch, der seinerzeit das PAL-System entwickelte. Anders als beim NTSC-Verfahren addiert PAL zu einer Farbtonabweichung deren negative Kopie. Somit kompensiert das System auftretende Farbfehler. Durch diese Drehung beziehungsweise Spiegelung der Farbinformation um 180 Grad bei der Übertragung erhielt das System auch seinen Namen: Phase Alternating Line (deutsch: Wechseln der Phasenlage). Jedoch gab es umgangssprachlich auch hier interessante Kreationen. Eine davon war „Pay Additional Luxury“, was so viel bedeutet wie „bezahle für zusätzlichen Luxus“. Damit wurde auf die teure Technik zur Durchführung der elektrischen Addition abgezielt, da die entsprechende Schaltkomponente aus nicht ganz preiswertem Quarzglas bestand.

Technisch gesehen unterscheiden sich die Verfahren zur Farbfernsehübertragung (NTSC, PAL, SECAM) lediglich hinsichtlich der Modulation des Farbträgers. Allerdings weist das PAL-Verfahren gegenüber NTSC eine wesentlich geringere Störanfälligkeit sowohl im Bereich der statischen als auch differentiellen Phasenfehler auf.

Gibt es Unterschiede in der Bildqualität von PAL-Signalen, wenn diese auf Bildschirmen mit 1920x1080 bzw. 1366x768 Bildpunkten dargestellt werden?

Häufig wird vermutet, die Darstellung auf einem Full-HD-Bildschirm könne schlechter sein, weil dort mehr Zeilen hinzugefügt werden. Doch so pauschal lässt sich das nicht beantworten. Es hängt vor allem von der Signalverarbeitung im jeweiligen Wiedergabegerät ab. Die besseren Voraussetzungen für ein gutes Bild von einer PAL-Quelle bietet zunächst Full HD. Der Grund dafür ist einfach: Die 576 Zeilen von PAL lassen sich durch Abzug des Overscans auf 540 Zeilen reduzieren, ohne dass wichtige Bildinhalte verloren gehen. Durch eine Verdopplung der Zeilenzahl (z.B. durch Interpolation) erreicht man exakt die 1080 Zeilen eines Full-HD-Schirms. Im Gegensatz zu anderen Umwandlungen muss hier lediglich eine Zwischenzeile errechnet werden, was in der Regel zu weniger Fehlern führt. Generell ist jedoch ausnahmslos der Betrachtungsabstand relevant im Vergleich zur Pixelzahl der Quelle und insbesondere der Wiedergabe.

Verwandte Begriffe: Overscan, NTSC, SECAM, Full HD
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