Häufige Fragen

24p (Kinoformat)

24p (Kinoformat)

Alles begann mit der Nipkow-Scheibe und 24 Bildzeilen. Bevor das Fernsehen Einzug in die heimischen Wohnzimmer hielt, waren Filme nur im Kino zu sehen. Hier wurden 24 (Voll-)Bilder pro Sekunde gezeigt, wie es auch heute noch grundsätzlich üblich ist. 24p bezieht sich also auf die Wiederholfrequenz von 24 Vollbildern pro Sekunde. Um die sogenannte Flimmerempfindlichkeit zu senken, werden im Kino die Filmbilder deshalb in einem weitgehend abgedunkelten Umfeld zwei- oder dreimal projiziert. Daraus ergibt sich eine Verdopplung der Dunkelpausen bei einer Flimmerfrequenz von 48 Hz (doppelte Projektion) beziehungsweise 72 Hz (dreifache Projektion). Auch die Leuchtdichte der Kinoleinwand liegt unter 50 cd/m2, was die Helligkeit der Bildwiedergabe dimmt und damit die Flimmerempfindlichkeit verringert.

Gerade im Zusammenhang mit 3D-Anwendungen wird zunehmend empfohlen, die Bildwechselfrequenz in allen Formaten zu erhöhen. Kino- und Fernsehstandards sollten demnach mit 80, 100 oder sogar 120 Bildern pro Sekunde arbeiten, denn eine höhere Bildwiederholungsrate kann (gerade bei 3D-Filmen) die Qualität erheblich verbessern, da sie das Bildflimmern vermindert und die Bewegungsschärfe erhöht. Im Rahmen der Digitalisierung der Formate für Kinofilme (High Frame Rate: HFR/HFR 3D) etablierte sich Digital Cinema Initiatives (DCI) als entsprechender Standard. In Deutschland wurde der erste Kinofilm im Jahre 2012 mit 48 Bildern pro Sekunde veröffentlicht (Der Hobbit). Die Fortsetzung von James Camerons „Avatar“, dessen Kinostart für 2017 vorgesehen ist, soll mit 60 Bildern pro Sekunde gedreht und projiziert werden. Dafür müssen die Kinos entsprechend auf Projektoren umrüsten, die die erforderlichen 96 beziehungsweise 120 Hz beherrschen. Der erste HFR-3D-Projektor mit 60 Bildern pro Sekunde wurde im Jahre 2013 im österreichischen Cinepoint in Tirol installiert.

Wie verhält sich ein 100-Hz-Bildschirm bei Signalen von einem 24p-Player?
Das hängt vom Hersteller ab. Möglich sind 72 Bilder pro Sekunde (bei Pioneer), 96 (bei Philips) oder 120 (bei Sony). Wichtig ist nur, dass es ein Vielfaches von 24 ist. 

Warum gibt es kein HDTV mit 24p?
24p im Sinne von voller HD-Auflösung mit 24 Bildern pro Sekunde passt nicht in die Broadcast-Landschaft, da man in Europa generell 50 Hertz benutzt. Filme werden daher auf 25 Bilder pro Sekunde beschleunigt, laufen also vier Prozent schneller als im Kino. Würde ein Programm sowohl in Standard als auch in High Definition ausgestrahlt, wäre die HD-Übertragung entsprechend langsamer.

Verwandte Begriffe: Pulldown, HFR, 100 Hz, 120 Hz
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