Häufige Fragen

MPEG

Die Begriffe MPEG oder auch MP3, MP4 sind heute gebräuchlich und gehören in die multimediale Welt wie in den Alltag das Kaffeekochen. Doch kaum jemand weiß, wie diese Bezeichnung ursprünglich entstanden ist. Im Jahre 1988 konstituierte sich eine Arbeitsgruppe mit dem Namen Moving Pictures Experts Group (MPEG), die sich zum Ziel setzte, in mehreren Schritten Codierungsprinzipien und -algorithmen für Video- und Audiosignale zu standardisieren. Im Laufe der Zeit wurden so die folgenden Kompressionsformate standardisiert:

MPEG-1-Standard (1993)
Definition einer Quellencodierung zur Speicherung von Bild- und Tonda-teien auf CD-ROM beziehungsweise Video-CDs. Typisch für den MPEG-1-Standard, der auf einer Vollbildverarbeitung basiert, sind die maximale Datenrate von 1,5 Mbit/s und die drei zulässigen Tonqualitätsstufen für Mono- und Stereoton. Zum MPEG-1-Standard gehört übrigens auch das Audioformat MP3, das eigentlich MPEG-1/ Layer 3 heißt.

MPEG-2-Standard (1994 – 2000)
Folgetechnologie des MPEG-1-Standards für DVD und DVB mit Videosig-nalverarbeitung im Vollbild- und Halbbildformat, weitaus höheren Daten-raten für Standard-TV-Signale (2 Mbit/s bis 15 Mbit/s) und HDTV-Signale (16 Mbit/s bis 40 Mbit/s) und einer Erweiterung der Audiocodierung auf Mehrkanalton bis zu fünf Kanälen. 1994 kam der erste Standard (H.262) auf den Markt, später folgten H.263 (1995/1996), H.263+ (1997/1998) und H.263++ im Jahre 2000.

MPEG-3-Standard
Dieser Standard war für HDTV vorgesehen. Allerdings genügte eine Er-weiterung des MPEG-2-Standards für die Quellencodierung von HDTV-Signalen. MPEG-3 wurde daher nie verabschiedet.

MPEG-4-Standard (1998 – …)
Codierung mit sehr kleiner Bitrate im kbit/s-Bereich durch deutlich stärkere Videokompression. Neue Technologie für Multimediaanwendungen: Containerformat ähnlich wie QuickTime, 3D-Sprache mit VRML vergleichbar und Unterstützung der digitalen Rechtevermarkung (DRM) und nicht-rechteckiger Video-Objekte. Seit 2002 ist der Nachfolgestandard MPEG-4-AVC/H.264 auf dem Markt (JVT, Advanced Video Code (AVC), JM2.x, JM3.x und JM4.x). Im Jahre 2013 wurde dieser Standard weiter-entwickelt und unter der Bezeichnung MPEG-H (HEVC/H.265) standardisiert, er erlaubt bei gleicher Qualität eine noch stärkere Videokompression für UHD/4K.

Da MPEG sowohl Containerformate als auch Codecs spezifiziert, ist dieser Standard beispielsweise mit dem Videocontainerformat Audio Video Interleave AVI (Microsoft) kompatibel. Ein weiterer Vorteil, der nicht zuletzt zum Erfolgskonzept führte, liegt in der Tatsache, dass MPEG nur den Bit-Stream und den Decodierer als sogenannte Terminal-Architektur standardisiert. Die Codierung selbst bleibt weitgehend von Standardisierungen frei. Somit können professionelle Anbieter die tatsächlich benötigten Implementierungen von MPEG-Codierungen neu schreiben und so den individuellen Ansprüchen anpassen.

Verwandte Begriffe: MP3, HEVC, H.265, Bitrate
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