Häufige Fragen

DVB

Digital Video Broadcasting (DVB), das wörtlich mit „digitaler Videorundfunk“ übersetzt werden kann, steht grundsätzlich für Digitalfernsehen und in technischer Hinsicht für das in Europa standardisierte Verfahren zur Übertragung digitaler Inhalte. Insofern gilt die Bezeichnung nicht mehr ausschließlich für das Fernsehen, sondern auch für Radio, Mehrkanalton, Raumklang sowie interaktive beziehungsweise zusätzliche Dienste (z.B. EPG). Aufgrund der Datenreduktion im digitalen Format ist es möglich, mehrere Programme parallel auf einem Sendekanal beziehungsweise auf einer Frequenz zu übertragen, wobei gilt: je größer die komprimierte Datenmenge, desto geringer ist die Qualität der Wiedergabe mit steigendem Rechenaufwand. Insofern spielen sowohl die Bandbreite als auch die Form der Übertragung eine wesentliche Rolle.

Für die einzelnen Übertragungswege (Antenne, Kabel, Satellit) sollten im Zuge der Digitalisierung europaweit Standardisierungen vorgenommen werden. Infolgedessen erfolgte Mitte der 1990er Jahre der Zusammenschluss der beiden Organisationen DVB und DAVIC (Digital Audio and Video Council) und die Bildung des  DVB/DAVIC-Standards, der vom European Telecommunications Standards Institute (ETSI) mit der Bezeichnung ETS 300 800 geführt und von der internationalen Fernmeldeunion (ITU) unter der ITU-Bezeichnung J.112 übernommen wurde. Dieser ressourcenübergreifende Standard ist für die Übertragung in HFC-Netze und drahtlose LMDS-Netzwerke geeignet. Im Jahre 1998 wurde zudem das  DDIC-Konsortium DDIC (DVB/DAVIC Interoperability Consortium) gegründet, mit dem insbesondere namhafte Hersteller die sogenannte Interoperabilität von DVB- und DAVIC-Produkten unterstützten, um so ein hohes Maß an Kompatibilität zu gewährleisten. Der entsprechende Interoperabilitätsgrad der jeweiligen DVB- und DAVIC-Produkte wird von der DDIC in regelmäßigen Abständen getestet, dokumentiert und zertifiziert. Allein am DVB-Konzept beteiligen sich über 200 Unternehmen, Sendeanstalten, Institute und weitere Organisationen. Es beinhaltet die Verknüpfung der Bereiche Fernsehen, Internet und Telekommunikation. Hierzu zählen unter anderem die Signalübertragung in IP-Netze, Schnittstellen zwischen der DVB-Welt und Hochgeschwindigkeitsnetzen, die Vernetzung von DVB-Endgeräten und Speichermedien, die Multimedia Home Platform (MHP) sowie das Digital Satellite News Gathering (DSNG). Darüber hinaus beinhaltet das DVB-Konzept die Synchronisation von Gleichwellennetzen und bestimmte Systeme im Zusammenhang mit dem Bezahlfernsehen – etwa für gesicherte Transaktionen, Authentifizierungen und Zugangskontrollen.

In den DVB-Nutzungsrichtlinien sind die technischen Leistungsmerkmale festgeschrieben. Die Audioqualitäten differenzieren sich in Mono, Stereo und Dolby Surround. Für den digitalen Videoempfang können grundsätzlich die folgenden Qualitätsstandards unterschieden werden:

LDTV (Low Definition Television): niedrige Qualität
SDTV (Standard Definition Television): TV-Standardqualität
EDTV (Enhanced Definition Television): Studioqualität
HDTV (High Definition Television): hochauflösendes Fernsehen.

Verwandte Begriffe: DVB-T, DVB-S, DVB-C