Häufige Fragen

SECAM

Allein aus der französischen Abkürzungen Séquentiel Couleur à Mémoire (SECAM) könnte man schließen, dass dieses Verfahren in Frankreich entwickelt wurde, obwohl dort ursprünglich PAL zur Anwendung kam. SECAM wurde insbesondere im sogenannten Ostblock (außer Rumänien) sowie in Griechenland und – jedenfalls anfänglich – im französischsprachigen Teil Belgiens verwendet.

Auch das SECAM-Verfahren geht wie PAL von der Annahme aus, dass das menschliche Auge eine verringerte Farbauflösung nicht wahrnimmt oder zumindest nicht als störend empfindet. Da sich auch hier die Farbinformation nicht wesentlich von Zeile zu Zeile ändern, müssen die  Farbdifferenzsignale (B − Y) und (R − Y) auch nicht gleichzeitig, sondern vielmehr aufeinanderfolgend (pro Zeile) übertragen werden. Das Signal einer Zeile wird somit im Empfänger für die Dauer einer Zeile (64 μs) gespeichert und anschließend gemeinsam mit dem Signal der folgenden Zeile verarbeitet. In diesem Zusammenhang spricht man von einer sogenannten Verzögerungsleitung. Vor dem Hintergrund dieser sequenziellen (fortlaufenden) Methode wurde auch die Bezeichnung SECAM abgeleitet, die so viel wie „fortlaufendes Verfahren mit Speicher“ bedeutet.

Aufgrund der getrennten Übertragung der Farbdifferenzsignale ist es möglich, die Modulationsart frei zu wählen. SECAM arbeitet mit der Frequenzmodulation, was dieses Verfahren weniger störanfällig macht. Dies begründet sich unter anderem in der Tatsache, dass nicht über die Phasenlage des Farbsignals die Farbinformationen übertragen werden, sondern über die Frequenz des Farbsignals, die wesentlich weniger von den Ausbreitungsbedingungen beeinflusst wird. Deshalb muss auch keine Farbkorrektur vorgenommen werden.

Jedoch weist das SECAM-Verfahren einige systembedingte Schwächen auf, die bei PAL so nicht gegeben sind. Ein Grund dafür ist, dass die genannte Frequenzmodulation an physikalische Grenzen trifft. So muss beispielsweise die Bezugsfrequenz des Demodulators äußerst konstant gehalten werden, damit es zu keiner Verfälschung der demodulierten Farbdifferenzsignale kommt. Dies ist mit einem höheren Aufwand verbunden. Denn der Farbträger wird im SECAM-Verfahren nicht unterdrückt, was bedeutet, dass vor allem wenig gesättigte Farben in einem Schwarzweiß-Empfänger (trotz Farbträgeroffset) ein Störmuster (Rauschstörungen) hervorrufen.

Parallel entstand das SECAM IV, das auf Entwicklungen des russischen Forschungsinstitutes NIIT basiert. Dieses spezielle SECAM-Verfahren wird als NIR bezeichnet, wobei hier nur die lineare NIR-Variante der beiden russischen Standards gemeint ist. Grundsätzlich setzte sich aber auch in Osteuropa die SECAM-III-Version durch, vor allem weil das Prinzip von SECAM IV/Linear NIR im Gegensatz zu allen anderen Systemen (NTSC, PAL und SECAM III) Mängel aufweist. Diese hängen grundsätzlich mit der Modulation des Farbartsignals zusammen, was zu einer unerwünschten Gesamt- oder aber Musterfärbung sowie zu einer Farb-Entsättigung führt (Chroma-Rauschen), die besonders bei Hauttönen (Gesichtsfarben) erkennbar ist.

Verwandte Begriffe: NTSC, PAL