Die HiFi- und Heimkinotechnik unserer Tage wurde erst durch eine bahnbrechende Innovation möglich: Über die Umwandlung von Schall in elektrische Energie. Diese Aufgabe übernimmt das Mikrofon, während der Lautsprecher die umgekehrte Wandlung vornimmt: Er sorgt dafür, dass die elektrischen Schwingungen wieder in Schallwellen umgewandelt werden - somit ist er das letzte Glied der Heimkino- oder Stereoanlage, welches den im Endeffekt vom Zuhörer gehörten Klang zusammen mit der Akustik des Hörraums am stärksten beeinflussen kann. 

Basics

Bei fast allen Arten von Lautsprechern übernimmt eine schwingende Membran die Abstrahlung des Schalls. Die Form der Membran kann unterschiedlich sein, in der Praxis gebräuchliche Formen sind beispielsweise die Kalotte, der Konus oder die Flachmembran. Die beabsichtige Arbeitsweise ist jedoch in allen Fällen ähnlich: Die Membran arbeitet wie ein Kolben, der vor- und zurückschwingt. Dabei verdichtet und entspannt die Membran die angrenzende Luft, so dass Schallwellen entstehen und nach den anfänglich genannten Prinzipien ausbreiten. Physikalisch betrachtet, entzieht eine schwingende Membran, die elektrische Energie in Form von akustischer Energie an die Luft abgibt, einem schwingenden System Energie. Die Auswirkungen sind vergleichbar mit denen eines Widerstands, der elektrische Energie in Wärmeenergie umwandelt, Folge ist in diesem Fall die Abstrahlung von Wärme. Die Energieumwandlung kann verschieden effektiv geschehen, auch bei der Membran. Hier dient die physikalische Größe des Strahlungswiderstandes (Zr) zur Umschreibung der Effektivität beim Umwandeln von mechanischer Energie (die Schwingungen) in akustische Energie (der Schall, den wir letztendlich auch hören). Hierbei ist zu beachten, dass sich der Strahlungswiderstand in zwei Einzelkomponenten auftrennen lässt: Den Wirkanteil, identisch mit der Schallabstrahlung, und dem Blindanteil. Letzterer ist einfach wahrnehmbar: Wer schon mal die Hand vor einem Subwoofer gehalten hat, spürte den, je nach Lautstärke, durchaus kräftigen Luftzug. Beim Blindanteil schiebt die Membran also auch Luft hin und her, die nichts zum eigentlichen Schallabstrahlung beiträgt. So mehr Luftmasse insgesamt hin und her geschoben wird, umso größer wird der Blindanteil. Dies ist besonders bei kleinen Membrandurchmessern, die einen großen Hub ausführen müssen, der Fall, während bei großen Membrandurchmessern mit entsprechend kleinem Hub der Blindanteil gering und der Wirkanteil sehr groß ist. Die Änderung des Strahlungswiderstands ist frequenzabhängig und hat somit einen deutlichen Einfluss auf den Frequenzgang eines Lautsprechers. Ebenso ist Z von der Membranfläche abhängig, so größer die Membranfläche wird, so größer wird auch der Strahlungswiderstand.

Die von der Membran abgestrahlte Leistung ist, abgesehen vom eben behandelten Strahlungswiderstand, noch von weiteren Faktoren abhängig. Wie bei den schon erwähnten Luftmolekülen, bei denen die Schallschnelle die Geschwindigkeit charakterisierte, mit der die Moleküle um ihre Ruhestellung schwingen, gibt es auch eine Größe, die umschreibt, mit welcher Geschwindigkeit die Membran um ihre Ruhestellung schwingt: Die Membrangeschwindigkeit v, die ihr Maximum bei der Resonanzfrequenz fs erreicht. Unterhalb der Resonanzfrequenz steigt v proportional mit der Frequenz an, oberhalb von fs nimmt die Geschwindigkeit mit 1/f wieder ab. Will man nun die akustische Leistung ermitteln, so gehen die beschriebenen Parameter in die dafür bestimmte Gleichung mit ein, also sowohl der Strahlungswiderstand, der sich, wie erläutert, in Blind- und Wirkanteil gliedert, und das Quadrat der Membrangeschwindigkeit v: Die akustische Leistung (Leistung wird in der Physik immer mit der Größe P umschrieben, hier wegen der "akustischen" Leistung P(aK) ist proportional zum Strahlungswiderstand, multipliziert mit dem Quadrat der Membrangeschwindigkeit: P(aK) ~ Zr x v2 . Da v quadratisch in diese Gleichung mit eingeht, wirkt sich diese Größe und deren Frequenzabhängigkeit in Bezug auf P(aK) noch stärker aus. Entgegengesetzt verläuft der Strahlungswiderstand: Er steigt quadratisch mit der Frequenz an: Zr ~ f2. Mittels dieser zwei Gleichungen kann man nun sehr interessante Untersuchungen durchführen, um den Arbeitsbereich eines Lautsprechers näher zu bestimmen.

Zwei Fälle sind zu unterscheiden, will man die Gleichung untersuchen, und zwar zum ersten das Verhalten unterhalb der Resonanzfrequenz fs und zum zweiten das Verhalten oberhalb von fs.

  • Die Membrangeschwindigkeit ist zu f proportional, dies fand bereits Erwähnung - also v ~ f. Wie wir ebenfalls wissen, ist Zr ~ f2. Beides in die Gleichung Zr x v2 eingesetzt, ergibt P(aK) ~ f2 x f2. Unterhalb der Resonanzfrequenz steigt die akustische Leistung also mit der 4. Potenz der Frequenz, das heißt mit 12 dB pro Oktave an.
  • Die Membrangeschwindigkeit nimmt proportional mit f ab, wie schon erwähnt: f ~ 1/f. Dieses in die Gleichung von oben eingesetzt, ergibt folgendes: P(aK) ~ f2 x 1/ f2 = 1.

Dies zeigt nun, dass die akustische Leistung oberhalb der Resonanzfrequenz nicht mehr frequenzabhängig ist. Darum ist dies der eigentliche Arbeitsbereich eines Lautsprechers, der somit mit der Resonanzfrequenz beginnt und dort endet, wo der Strahlungswiderstand nicht mehr mit der Frequenz ansteigt.
 

Wissenswerte Begriffe rund um den Lautsprecher:

Aktiver Lautsprecher:
Lautsprecher mit eingebauter Endstufe, entsprechend: Aktiver Subwoofer, Basslautsprecher mit eingebauter Endstufe. Ein aktiver Subwoofer findet bei 5.1-, 6.1- oder 7.1.Heimkinosystemen Verwendung. Der aktive Subwoofer ist durch den .1-Kanal gekennzeichnet, ihm werden nur die tiefen Frequenzen zugeführt. Daher ist der .1-Kanal kein Vollfrequenzkanal

Bassreflexlautsprecher:
Mit Hilfe einer auf der Gehäuserückseite befindlichen Austrittsöffnung wird der nach hinten austretende Schall des Basschassis genutzt. Um eine optimale Wirkung zu erzeugen, ist die Austrittsöffnung speziell an die jeweiligen Eigenschaften des Basschassis angepasst. Vorteile eines nach dem Bassreflexprinzip arbeitenden Lautsprechers: Weniger Verzerrungen im Bassbereich, besseres Volumen und höherer Wirkungsgrad

Chassis:
Einzelner Lautsprecher ohne Gehäuse, bestehend aus Lautsprecherkorb, Schwingspule, Magnet, Membran und Sicke

Flankensteilheit:
Wichtig im Zusammenhang mit der Frequenzweiche. Beim Erreichen ihrer Grenzfrequenz dämpft die Frequenzweiche die Signalanteile, die nicht mehr durch sie geschleust werden sollen, ab. Wie stark diese Dämpfung ist, hängt von der jeweiligen Filterauslegung ab. Jeder Hoch- oder Tiefpassfilter besteht aus verschiedenen Baugruppen, deren Anzahl die Ordnung und die Stärke der Signaldämpfung, die Flankensteilheit, festlegt. Jedes sogenannte komplexe Bauelement (Induktivitäten, Kapazitäten) verstärkt die Dämpfung um 6 dB pro Oktave, das heißt ein Filter 1. Ordnung (ohne vorgeschaltetes anderes Bauelement) besitzt eine Flankensteilheit von 6 dB pro Oktave, ein Filter 2. Ordnung dann folgerichtig eine Flankensteilheit von 12 dB pro Oktave

Frequenzweiche:
Bei Mehrweg-Lautsprechersystemen übernimmt die Frequenzweiche die Aufgabe, die Tonfrequenzen in verschiedene Bereiche aufzuteilen. In der Praxis sieht das so aus, dass jedes Lautsprecher-Chassis (Tieftöner, Hochtöner, Mitteltöner) den Frequenzbereich zugeteilt bekommt, in dem es optimal arbeitet. Zu unterscheiden sind passive Frequenzweichen und aktive Frequenzweichen. Die passive Variante werden zwischen Verstärkerausgang und Lautsprecher geschaltet und arbeiten mit Spulen, Kondensatoren und Widerständen. Hier ist auf hochwertige Baugruppen und auf eine möglichst geringe Anzahl an Bauteilen zu achten, denn im Idealfall soll sich das Tonfrequenzsignal durch das Passieren einer Frequenzweiche nicht qualitativ verschlechtern. Die aktive Frequenzweiche nimmt die schon erwähnte Aufteilung der Frequenzbereiche mit Hilfe einer Verstärkerendstufe für jedes Frequenzband vor.

Impedanz:
In der Einheit Ohm angegebener Stromwiderstand. Bei Lautsprechern kann aus dem Ohm-Wert geschlossen werden, wie stark ein Lautsprecher den Verstärker in Abhängigkeit zu dessen Ausgangsimpedanz (Innenwiderstand, gibt den Stromwiderstand an, der am Lautsprecherausgang eines Verstärkers anliegt) belastet. Ein Verstärker, der z.B. eine Ausgangsimpedanz von 8 Ohm hat, wird beispielsweise von Lautsprechern mit nur 2 Ohm Impedanz sehr stark belastet. Daher sind Verstärker mit niedriger Ausgangsimpedanz von Vorteil, da diese Verstärker auch 2- oder 4-Ohm-Lautsprecher mit hohen Stromstärken versorgen können. Besondere Anforderungen an die Hochstromfähigkeit des Verstärkers stellt beispielsweise die THX Ultra Norm. Übliche Impedanzwerte sind 4, 6 oder 8 Ohm.

Lautsprecher-Komponenten-Systeme:
Zweiweg- oder Dreiweg-Systeme sind die üblichsten, hier werden in ein Lautsprechergehäuse verschiedene Chassis eingebaut, die sich dann jeweils den entsprechenden Frequenzspektren annehmen (z.B. Dreiwege-System mit separatem Hoch-/Mittel-/Tieftöner)

Lautsprecherkorb:
Er übernimmt die Aufgabe, den Schwingspule und das Magnetsystem aufzunehmen. Er wird dann mit "Inhalt" in das Gehäuse eingebaut

Luftspalt:
Schmale Einbuchtung im Dauermagneten einer Lautsprechereinheit, in der die Schwingspule schwingt

Maximalbelastbarkeit/Musikbelastbarkeit/Short Term Power:
Umschreibt diejenige kurzfristige (max. 2 Sekunden) Impulsbelastbarkeit, die der Lautsprecher ohne Schäden am Material bewältigen kann. Die Wiedergabequalität soll nicht nachhaltig beeinträchtigt werden

Membran:
Überträgt die Schwingungen der Schwingspule in die Luft und setzt sie in hörbare Schallwellen um

Schalldruckpegel, auch SPL( Sound Pressure Level):
Umschreibt den von den Lautsprechern erzeugten Lautstärkepegel. Der SPL wird in Dezibel (dB) bei 1 Watt Eingangsleistung in 1 Meter Entfernung gemessen.

Nennbelastbarkeit:
Die in Watt angegebene Nennbelastbarkeit des Lautsprechers gibt an, welche elektrische Leistung der Lautsprecher im Dauerbetrieb aufnehmen kann. Die Nennbelastbarkeit ist nach DIN-Norm exakt festgelegt, mit einem speziellen Rauschsignal im 1. Min.-An-/2-Min.-Aus-Takt über einen Zeitraum von 300 Std. wird die Nennbelastbarkeit ermittelt. Der Rhythmus des Rauschsignals soll ein typisches Musikprogramm simulieren, hohe Frequenzen sind weitaus schwächer vertreten als tiefe

Oktave:
Der musikalische Abstand zwischen einer Frequenz und dem doppelten dieser Frequenz. Der Bereich des menschlichen Gehörs, in dem Töne wahrgenommen werden, liegt etwa zwischen 20 Hz und 20 kHz (bei einem Baby bis 20 kHz, bei einem erwachsenen Menschen bis 16 kHz) und umfasst somit 10,5 Oktaven

Schwingspule:
An der Membran befestigt, taucht die Schwingspule in den Luftspalt des Magneten ein. Durch den Stromdurchfluss wird ein magnetisches Wechselfeld aufgebaut, das die Membran nach vorn und hinten bewegt. So werden Stromschwingungen in Luftschwingungen umgesetzt

Subwoofer:
Speziell für die Wiedergabe des untersten Teils des Frequenzspektrums zuständiger Basslautsprecher. Im Idealfall soll der Subwoofer lediglich die Frequenzen wiedergeben, die so tief sind, dass sie vom menschlichen Ohr nicht mehr exakt im Hörraum geortet werden können. Dies hat den Vorteil, dass der Subwoofer theoretisch überall im Raum positioniert werden kann, der gesamte Raum wird dann mit einem Bassteppich überzogen, dessen Ursprung vom menschlichen Ohr nicht exakt lokalisiert werden kann. Da Bass Volumen braucht, steigt das Vermögen des Woofers, auch tiefste Frequenzen wiederzugeben, mit dem Volumen des Gehäuses. Eine bei Heimkinoanlagen wichtige Spielart des Subwoofer ist der aktive Subwoofer mit eingebauter Endstufe. Nicht selten kann direkt am Subwoofer die Übernahmefrequenz eingestellt werden, diese umschreibt den Wert, ab dem der Subwoofer die Darstellung der tiefen Frequenzen übernimmt. Die Übernahmefrequenz muss so justiert werden, dass kein "Klangloch" entsteht, in dem der Hauptlautsprecher schon nicht mehr für die Übertragung der jeweiligen Frequenz zuständig ist, der Subwoofer aber noch nicht arbeitet. Es gibt verschiedene Bauarten bei Subwoofern: Den Direktstrahler oder den Downfire-Subwoofer, bei dem der Basslautsprecher auf der Geräteunterseite nach unten abstrahlt.

Superposition:
Die Superposition (= Überlagerung) aller Frequenzen inklusive der einzeln nicht hörbaren Obertöne bestimmen die Klangfarbe des jeweiligen Musikinstruments. Das heißt: Auch wenn man die einzelnen Obertöne nicht direkt mit dem menschlichen Gehör (das, wie bereits aufgeführt, Töne von 20 Hz bis ca. 16 kHz aufnehmen kann) wahrnehmen kann, sind sie für den gesamten Klang eines Instruments mit verantwortlich und können so die gesamte, für das jeweilige Instrument typische Klangcharakteristik erst exakt herausstellen. Je nach dem, WIE ein Instrument gespielt wird, ändern sich die Superposition ebenfalls, will heißen: Wenn ich eine beschwingte Symphonie höre, spielt der Geiger sein Instrument anders als bei einem schwermütig-melancholischen Stück, dadurch verändert sich auch die Klangcharakteristik. Dass die Obertöne oder Oberwellen, deren Frequenz über dem obersten direkt hörbaren Frequenzbereich liegen, eine wichtige Rolle spielen, zeigt sich daran, dass eine hohe Sinusfrequenz anders klingt als eine Dreieck-, Sägezahn- oder Rechteckschwingung. Aus diesem Grunde sind auch manche HiFi-Fans der Überzeugung, dass die Schallplatte besser klingt als die CD, weil die Schallplatte eine andere Verteilung und einen anderen Pegel der Oberwellen hat. Dieses Wissen begründet auch die Schaffung neuer hochauflösender Tonformate wie DVD Audio oder SACD. Wenn man Signale aus Summe von Sinusschwingungen darstellt, ist festzustellen, dass, je steiler ein Anstieg im Zeitbereich ist (Beispiel: Flanke eines Rechtecksignals), umso größer muss die Bandbreite sein, um dieses Signal in seiner vollen Charakteristik inklusive der Obertöne zu übertragen. Damit spielt nicht nur die Frequenz als solche, sondern auch der Anstieg der Flanke eine Rolle für die notwendige Bandbreite. Im Extremfall hieße das: Bei einem Impuls mit einem unendlich steilen Anstieg müsste auch die Bandbreite des Übertragungskanals unendlich sein, um am Ausgang exakt den selbem Impuls zu erhalten, auch wenn die eigentliche Frequenz weitaus niedriger ist. Letztendlich ist festzuhalten, dass für eine möglichst originalgetreue Reproduktion inklusive den Oberwellen die neuen hochauflösenden Tonformate besser geeignet sind als beispielsweise die herkömmliche CD, deren weitaus geringeres Frequenzspektrum nicht in dem Maße geeignet ist, die Obertöne ins akustische Gesamtprofil einzuarbeiten

Wirkungsgrad (siehe auch Schalldruckpegel):
Das Verhältnis von zugeführter elektrischer Leistung zur abgestrahlten akustischen Leistung beschreibt den Wirkungsgrad. Die elektrische Leistung (in W), die ein Lautsprecher aufnimmt, wird, wie schon weiter oben beschrieben, nur teilweise in Schall umgewandelt. Der größere Teil wird in Wärme transferiert oder geht durch Reibungsverluste verloren. Der Wirkungsgrad wird in Dezibel (dB) angegeben, gemessen in 1 Meter Entfernung und bei 1 W Eingangsleistung. In der Praxis hat der Wirkungsgrad eines Lautsprechers eine beträchtliche Relevanz, denn bei gegebener Leistungsaufnahme oder Belastbarkeit hängt die erreichbare Maximallautstärke eines Lautsprechers von dessen Wirkungsgrad ab.
 

Akustische Eigenschaften des Hörraums und Einpegelung der Anlage
Natürlich entscheidend für die Wahl des Equipments ist die Hörraumgröße - so größer der Raum, umso leistungsfähiger sollten die verwendeten Komponenten sein, möchte man Filme oder Mehrkanal-Musikaufnahmen mit kräftigen Pegeln verzerrungsfrei und ohne Leistungseinbrüche genießen. Neben der Raumgröße sind aber auch andere Faktoren entscheidend. Möchte ich z.B. eine Surroundanlage in einem Zimmer mit einer Dachschräge installieren, so beeinflusst die Dachschräge zum einen die akustische Charakteristik des Raums, zum anderen sind der Anbringung der Surroundlautsprecher bezüglich der Höhe und des Abstrahlverhaltens enge Grenzen gesetzt. Räume mit hohen Decken, wie man die beispielsweise in einem Altbau findet, sind akustisch völlig anders einzuordnen als z.B. ein Wohnzimmer in einem Bungalow. Die Wanddicke und das Material, aus dem die Wände und der Boden/die Decke bestehen, bestimmen ebenfalls die Raumakustik. Habe ich einen Hörraum, der die Reflexionen einer Klangquelle schnell abklingen lässt, dann absorbieren die Wandflächen akustisch stark. Ein solcher Raum, der viel Klangvolumen schluckt, wird in der Akustik als "toter Raum" bezeichnet. Das Gegenteil ist der "lebendige Raum": Hier sind die Wände sehr reflexionsfreudig. Nach der jeweiligen Charakteristik des Hörraums sollte sich die Auf- und Einstellung der Surroundanlage richten. Wichtig ist es auch bei der Wahl des aktiven Subwoofers, wie sich der Hörraum akustisch verhält. So sind beispielsweise dünne Böden in Verbindung mit einem Downfire Subwoofer problematisch, können so doch unangenehme Resonanzeffekte das Hörvergnügen schmälern. Auch die Entwicklung der Akustik, wenn man den Subwoofer in die Ecke des Hörraums stellt, muss genau überprüft werden. Bei der Einpegelung der Heimkino-Anlage (am Hörplatz sollte jeder Kanal den gleichen Lautstärkepegel liefern) sollte, wenn man Wert auf eine exakte Einmessung legt, ein Sound Pressure Level Meter, kurz SPL-Meter, eingesetzt werden. Hiermit kann exakt der Schalldruck gemessen werden, noch weitaus genauer, als dies bei der Einpegelung nach Gehör mit dem Testtongenerator des AV-Verstärkers oder -Receivers möglich ist. Hilfreich beim Einpegeln sind "Pink Noise" (Rosa Rauschen)-Testtöne: Diese definierte Prüfsignal hat den Vorteil, dass alle Frequenzen mit dem gleichen Pegel ausgegeben werden. Wichtig ist die richtige Einstellung der Delay-Time (Klangverzögerung): Da zwar in der Theorie alle Lautsprecher die identische Entfernung zum Hörplatz aufweisen sollen, in der Praxis sich aber teilweise gravierende Unterschiede ergeben, muss die Lautzeitverzögerung den Gegebenheiten angepasst werden, um sicherzustellen, dass der Ton bei allen angeschlossenen Lautsprechern nicht zeitversetzt, sondern gleichzeitig ankommt.
 

Der Lautsprecherkauf
Bevor man Lautsprecher erstehen möchte, sollte man sich über folgende Punkte Gedanken machen:

  • An welchen Verstärker oder Receiver werden die Boxen angeschlossen? Leistungs- und Impedanzwerte im Kopf haben.
  • Wie groß ist der Hörraum? Was für eine Akustik hat er? (Am besten vor dem endgültigen Lautsprecherkauf mit verschiedenen Lautsprechern, z.B. von Freunden oder Bekannten oder vom Händler des Vertrauens, in den "eigenen vier Wänden" experimentieren)
  • Welchen Verwendungszweck sollen die Lautsprecher erfüllen? Hauptsächlich für das Heimkino? Oder hauptsächlich für das Musikhören? Soll überwiegend Musik in DD/DTS 5.1 gehört werden oder in Stereo? Sollen die Lautsprecher auch für DVD Audio oder SACD geeignet sein (erweitertes Frequenzspektrum im Hochtonbereich)
  • Wie stelle ich die Lautsprecher auf? (Problemzonen des Hörraums wie z.B. Dachschrägen oder Erker mit einkalkulieren)

In der Praxis gestaltet sich der Lautsprecherkauf gerade für den Mehrkanal-Neueinsteiger nicht einfach. Wer beispielsweise zu einem der häufig in den Elektronikmärkten offerierten Komplettpakete greift, handelt sich nicht selten wenig wertige Lautsprecher als "Dreingabe" ein. Konkret handelt es sich oft um sogenannte Subwoofer-/Satellitensysteme, die aus fünf kleinen Satellitenlautsprechern und einem (inzwischen meist aktiven) Subwoofer bestehen. Auch wenn diese Systeme bei geringem Platz aufgrund ihrer Abmessungen Vorteile bieten, so sind der Klanggüte aus verschiedenen Gründen Grenzen gesetzt:

Aufgrund ihrer kompakten Maße und des daraus resultierenden kleinen Gehäusevolumens reichen die kleinen Satellitenlautsprecher im Frequenzgang nicht sonderlich weit nach unten - Folge ist, dass schon früh der Subwoofer eingreifen muss - und dies hört man, da der Tieftonlautsprecher durch die hoch angesiedelte Übernahmefrequenz für das menschliche Ohr im Raum zu orten ist. Ist die Übernahmefrequenz des Subwoofers hingegen zu tief angesetzt, entsteht ein Klangloch, da ein bestimmter Frequenzbereich von den Satellitenlautsprechern nicht mehr und vom Subwoofer noch nicht übertragen wird

Aufgrund des Gehäusematerials (bei günstigeren Systemen oft Kunststoff) sind die akustischen Eigenschaften der Satelliten nicht sonderlich überzeugend. Die Transparenz und das differenzierte Aufspielen im Hochtonbereich leidet beispielsweise darunter.

Der mitgelieferte Subwoofer weist in vielen Fällen nur sehr bescheidene Leistungsreserven auf und neigt schnell zum Durchschlagen
 

Fazit:
Wer selten oder am besten gar nicht Musik in Stereo hören möchte, wem hohe Pegel nicht sonderlich wichtig sind, oder wer nur einen geringen Platz zur Verfügung stehen hat, ist mit einem Sub-/Sat-System, welches sich, normale Lautstärken vorausgesetzt, zur Filmtonwiedergabe durchaus eignen kann, nicht schlecht bedient. Wichtig aber vor dem Kauf:

  • Unbedingt Probe hören
  • Auf die Verarbeitungsqualität und die Materialauswahl achten
  • Auf die maximalen Belastungswerte achten und diese in Beziehung zum schon vorhandenen/noch zu kaufenden AV-Receiver setzen

Wer gern Musik in Stereo hört, Filme auf DVD in höheren Lautstärken genießen möchte oder auf eine besonders hohe akustische Qualität Wert legt, sollte lieber nach einem "ausgewachsenen" Lautsprechersystem Ausschau halten, bei dem die einzelnen Komponenten (bis auf den aktiven Subwoofer) am besten von einem Hersteller aus ein und der selben Baureihe sein sollten:

  • Für die Frontbeschallung, je nach Platz und Qualitätsanspruch, Stand- oder größere Regallautsprecher verwenden. Dabei auf den Frequenzgang, die Belastbarkeit und die Impedanz der Lautsprecher achten und Boxen wählen, die mit dem Verstärker/Receiver problemlos zusammenarbeiten können. Wer DVD Audio oder SACD genießen möchte, sollte sich Lautsprecher mit besonders gutem Klangverhalten im Hochtonbereich anhören.
  • Einen ausreichend dimensionierten Centerlautsprecher wählen. Die Bedeutung des Centerlautsprechers wird oft unterschätzt, aber ohne eine ansprechende und natürliche Stimmwiedergabe ist der Filmspass deutlich geschmälert. Auch Effekte, die vorn aus der Mitte kommen, müssen vom Center entsprechend wiedergegeben werden können. Daher auf ein ausreichend großes Gehäuse und hochwertige Chassis achten. Wichtig: Wird der Center in unmittelbarer Nähe zum Fernseher untergebracht, ist eine richtig funktionierende magnetische Abschirmung vonnöten.
  • Für die Surroundbeschallung entweder Regalboxen als Direktstrahler oder Dipole verwenden. Für welchen Lautsprechertyp man sich entscheidet, hängt vom Einsatzzweck bzw. vom individuellen Geschmack ab. Der Direktstrahler ist beim Abspielen von Musik-DVDs aufgrund seiner höheren Präzision und seinem exakteren Klangbild die bessere Alternative. Mit größerem, weiteren und räumlicheren Klangbild eignet sich der Dipol sehr gut für die Filmtonwiedergabe, da er es versteht, ein Surroundklangfeld von hoher Homogenität und räumlicher Dichte bauartbedingt zu erzeugen. Für denjenigen, der Musik und Filme in gleichermaßen guter Qualität genießen möchte, empfiehlt sich der Kauf von Dipolen und Direktstrahlern. Bei vielen Verstärkern/Receivern von Denon lassen sich direkt zwei Paar Surroundlautsprecher anschließen - ansonsten muss kurz auf der Geräterückseite umgesteckt werden
  • Der aktive Subwoofer sollte in der Leistung nicht unterdimensioniert sein und über ein ausreichend großes Gehäusevolumen verfügen, um eine akkurate Wiedergabe auch sehr tiefer Frequenzen und eine hohe Belastbarkeit sicherzustellen. Für ein richtiges Heimkino sollte die Nennbelastbarkeit des Basslautsprechers nicht unter 100 W liegen.
     

 

Schon älter, für die Grundlagen aber noch immer hervorragend: Friedemann Hausdorf, Handbuch der Lautsprechertechnik, 4. überarbeitete Auflage, herausgegeben von Visaton Germany, 1993