Scart & Co: Analoge Videoanschlüsse

Im digitalen Zeitalter gehört das HDMI-Kabel schon längst zum allgegenwärtigen Equipment, wenn es um die Verbindung unserer Geräte der Unterhaltungselektronik geht. Doch was gab es in der analogen Ära? Wie hießen die klotzigen Stecker damals? Hier finden Sie eine kleine Übersicht der analogen Videoanschlüsse des letzten Jahrtausends. 

Scartbuchse

Der Multifunktionsanschluss in der analogen SD-Ära war die Scartbuchse. Der Scart-Multifunktionsstecker bot zwei große Vorteile: Zum einen gibt der DVD-Player an das Bildwiedergabegerät bereits beim Einschalten ein Signal, das diesen automatisch auf den belegten Anschluss umschaltet, so das die zusätzliche Umschaltung des Fernsehers über die Fernbedienung entfällt. Außerdem liefert der DVD-Player über Scart auch direkt ein Umschaltsignal, wenn eine "anamorphe" DVD einliegt, die die volle Auflösung von 16:9 - Geräten ausnutzen kann. Diese automatische Umschaltung funktioniert zwar bei den europäischen DVDs, bei denen der Player ein Bild in der PAL-Fernsehnorm ausgibt, auch ohne Scart, weil es hierfür in der Austastlücke des Bildes eine spezielle Reservierung gibt. Doch bei US-DVDs klappt dies nicht, weil diese ein Bild in der NTSC-Norm ausgeben und NTSC eine solche Kennung nicht unterstützt. In diesem Fall liefert wiederum nur der Anschluss über Scart das automatische Umschaltsignal.


Scart-Multifunktionsstecker
Die alte analoge Scart-Buchse


Zuspieler können bis zu drei wählbare Signale via Scart weiterleiten:
Ein normales Videosignal (einfach "Video", "Composite" oder "FBAS" genannt
Ein S-Video-Signal (Auch als "S-VHS" oder als "Y/C" bezeichnet)
Ein RGB-Signal (RGB heißt "Rot Grün Blau")

FBAS - Composite ist die Anschlussart, die jeder Bildzuspieler verstehen sollte. Allerdings ist, wie so oft im Leben, der einfachste Weg nicht auch der beste. Bei der Composite Video-Verbindung (häufig auch in Form gelber Cinch-Verbindungen möglich) schleichen sich unschöne Effekte ein, da bei Composite die Farb- und Helligkeitsanteile des Bildes nicht getrennt übertragen werden und sich dies in Form von "Perlenketten" an den Rändern von Objekten unschön bemerkbar macht. Während dies bei VHS-Recordern wegen der ohnehin dürftigen Bildqualität nicht auffällt, sticht dieser Effekt bei den besseren Bildern einer DVD selbst unkritischen Betrachtern ins Auge. Besser ist der Anschluss via S-Video. Hier werden die Helligkeits- und Farbanteile des Bildes getrennt übertragen, so dass die bei Composite auftretenden Störungen des Bildes hier nicht auftauchen. S-Video bietet zudem ein deutlich detailreicheres und schärferes Bild. RGB ist in technischer Hinsicht die praktikabelste Lösung zur analogen Scart-Verbindung zwischen Zuspieler und Bildwiedergabegerät.  Über drei separate Leitungen plus Sync-Signal in der Scart-Verbindungen kann das Bild somit ohne große Umwege direkt an die Röhre des Fernsehers weitergeleitet werden.


Video-Composite:


Video-Composite / Video-Cinch-Out

Der Anschluss über den normalen Video-Cinch-Out (erkennbar an der gelben Farbe, siehe Bild), den jeder DVD-Player in einfacher oder doppelter Ausfertigung mitbringt, sollte nur im äußersten Notfall geschehen. Denn auch hier wird lediglich ein normales Videosignal übertragen, dass nur eine deutlich schlechtere Bildqualität ermöglicht. Nützlich sein kann eine Composite-Signalübertragung nur bei langen Übertragungslängen -weil das gesamte Videosignal in einem und nicht auf getrennten Bahnen übertragen wird, kann es nicht zu Laufzeitunterschieden zwischen den verschiedenen Signalanteilen kommen. Wenn man auf die Composite-Verbindung zurückgreift, sollte man auf jeden Fall ein ordentliches Kabel verwenden, gerade bei großen Längen. Wichtig: Diese Buchse überträgt NUR Bild- und keine Tonsignale. Für eine zusätzliche Tonübertragung muss eine separate Audioleitung gelegt werden. 

 

S-Video-Hosidenbuchse

Genau wie S-Video über Scart überträgt auch die vierpolige S-Video-Hosidenbuchse das S-Videosignal. Hierfür verfügen die Geräte über einen kleinen runden Anschluss mit mehreren winzigen Pins, der ein wenig an einen DIN-Stecker im Miniformat erinnert, über den viele ältere Geräte aus den siebziger Jahren verbunden wurden. Über diese Hosidenleitung wird allerdings ebenso wie bei Composite nur das Bild übertragen, so dass der Ton noch separat über Cinch-Buchsen an den Fernseher weitergeleitet werden muss. Während bei Videoprojektoren die Hosiden-Buchse zum Standard gehört, verfügen viele Fernseher entweder über gar keinen solchen Anschluss oder nur in Form einer Buchse an der Front des Fernsehers, so dass Scart  in vielen Fällen die bessere Lösung ist. Wer sich ein S-Video-Hosidenkabel zulegt, sollte aber auch auf die Qualität achten - vor allem sollte das gute Stück solide verarbeitet und gut abgeschirmt sein.
Komponenten-Verbindung (YUV) - Interlaced und Progressive-tauglich.


Komponenten-Verbindung (YUV)


Das Komponentensignal, auch als YUV bekannt, stellt eine qualitativ sehr überzeugende analoge Videoverbindung dar. Da bei diesem Signal weniger Umwandlungen (die die Bildqualität beeinträchtigen) innerhalb des DVD-Players erforderlich sind, ist der Signalweg auch am kürzesten und der Bildeindruck prinzipiell am besten. Zusätzlich bietet sich über den Komponentenausgang auch die Möglichkeit, Vollbilder anstatt der sonst üblichen Halbbilder auszugeben. Man spricht dann von "Progressive Scan", übersetzt heißt das "Vollbild-Darstellung".