HDMI - Die Schnittstelle für die Übertragung von digitalen Audio- und Videodaten

Im Jahr 2003 wurde HDMI in der Unterhaltungselektronik eingeführt und gilt inzwischen als ultimativer Standard bei der Übertragung digitaler Signale im Audio- und Videobereich. „High Definition Multimedia Interface“ wird überall dort eingesetzt, wo es auf eine hohe Auflösung der Steuersignale ankommt. Durch spezielle Kabel ist die Verbindung der einzelnen Geräte (DVD-Player, Fernsehgerät, Videoprojektoren usw.) problemlos möglich.


HDMI-Kabel MBR4719

Der standardisierte 19-polige HDMI Stecker

 

Gestochen scharf: Perfekte Datenübertragung

Dank High Definition Multimedia Interface ist es möglich, multimediale Daten in nahezu perfekter Qualität zu übertragen. Hoch aufgelöste Videodaten, HDTV und UHDTV werden in Kombination mit Audiodaten störungsfrei und hochqualitativ über die HDMI-Schnittstelle weitergeleitet. Das Besondere: Durch diese Schnittstelle besteht ein hervorragender Kopierschutz (HDCP - High-Bandwidth Digital Content Protection). Damit können multimediale Inhalte und hier vor allem Video- und Audiodaten nicht kopiert werden.
Verschiedene HDMI-Versionen arbeiten drahtgebunden, daneben gibt es aber auch WHDMI, also Wireless-HDMI. Ende 2002 wurde die erste Version HDMI-1.0 auf den Markt gebracht. Die Entwicklung schritt rasend schnell voran und nur zwei Jahre später gab es bereits HDMI-1.1. In den folgenden Jahren kamen HDMI-1.2 und 1.2a auf den Markt, verschiedene 1.3-Versionen sowie im Jahr 2009 die Version 1.4. 2010 gab es einen Sprung auf HDMI-2.0, mit dem sich die Datenübertragungsraten noch einmal erhöhten. Lagen diese anfangs nur bei 4,95 Gbit/s, erhöhten sie sich im Laufe der Entwicklung auf 10,2 Gbit/s. Gleichzeitig stiegen auch die Pixelraten von 165 MHz bis auf 340 MHz an.

 

HDMI-Versionen: Übersicht über die Spezifikationen

Die einzelnen HDMI-Versionen unterscheiden sich in diversen Punkten. Hier eine Übersicht zu den Spezifikationen:

Version

HDMI-1.0

HDMI-1.1

HDMI-1.2

HDMI-1.2a

Jahr der Einführung

2002

2004

2005

2005

Pixelfrequenz

165 MHz

165 MHz

165 MHz

165 MHz

Videoauflösung

1080 Zeilen

1080 Zeilen

1080 Zeilen

1080 Zeilen

Bildwiederholungsrate

60 Hz

60 Hz

60 Hz

60 Hz

Tonformate

Dolby Digital, Digital Theatre Sound, MPEG, Pulscodemodulation

Dolby Digital, Digital Theatre Sound, MPEG, Pulscodemodulation, DVD-Audio

Dolby Digital, Digital Theatre Sound, MPEG, Pulscodemodulation, DVD-Audio, SACD

Dolby Digital, Digital Theatre Sound, MPEG, Pulscodemodulation, DVD-Audio, SACD

Stecker

Typ A

Typ A und B

Typ A und B

Typ A und B

Sonstige Neuerungen

     

Unterstützung von CEC, Prüfung der Kabellängen

Version

HDMI-1.3

HDMI-1.3 (a bis c)

HDMI-1.4

HDMI-1.4a

HDMI-2.0

Jahr der Einführung

2006

2006

2009

2010

2013

Pixelfrequenz

340 MHz

340 MHz

340 MHz

340 MHz

600 MHz

Videoauflösung

1440 Zeilen

1440 Zeilen

2160 Zeilen

2160 Zeilen und

1080 Zeilen

2160 und 1080 Zeilen

Bildwiederholungsrate

60 Hz

60 Hz

24 Hz

24 Hz

60 und 48 Hz

Tonformate

Dolby Digital Plus, DVD-Audio, SACD, TrueHD, dts-HD

Dolby Digital Plus, DVD-Audio, SACD, TrueHD, dts-HD

Dolby Digital Plus, DVD-Audio, SACD, TrueHD, dts-HD

Dolby Digital Plus, DVD-Audio, SACD, TrueHD, dts-HD

32 Kanal-Audio, Abtastrate 1536 kHz, Dolby Digital Plus, DVD-Audio, SACD, TrueHD, dts-HD

Stecker

Typ A und C

Typ A und C

Typ A, C und D

Typ A, C und D

Typ A, C und D

Sonstige Neuerungen

Lip Sync, Unterstützung von CEC, Prüfung der Kabellänge

Lip Sync, Unterstützung von CEC, Prüfung der Kabellänge, Fehlerbereinigung

Ethernet Channel, 3D, 4K2K-Auflösung, Audio Return Channel

3D Standards für Filme und Spiele

 

 

Dank der Unterstützung der CEC-Funktion ist es möglich, per Fernbedienung mehrere HDMI-Geräte zu steuern. Die hohen Übertragungsraten, die ab der Version 1.3 vorhanden sind, erlauben die Verwendung des sogenannten Deep Colors, wobei Farbtiefen von bis zu 48 Bit möglich sind. Außerdem gibt es die Lippensynchronisation aber der Version 1.3. Die verwendeten Farbmodelle sind das YUV-, das RGB und das xvYCC-Modell. Letzteres verfügt über einen erweiterten Farbraum. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit der Darstellung im Format 16:9 ab der Version 1.3, was das Heimkinoerlebnis deutlich verbessert. Wer sich für Videospiele im 3D-Format interessiert, sollte auf die Versionen ab HDMI-1.4 setzen. 4.096 x 2.160 Bildpunkte sorgen hier dafür, dass das 3D-Cinema unterstützt wird. Außerdem gibt es ab dieser Version eine Anbindemöglichkeit für verschiedene HDMI-Geräte.

 

Rasende Entwicklung: Immer wieder Neuigkeiten

Die HDMI-Welt blickt immer wieder auf Neuerungen, die sich in den letzten Jahren fast überschlagen haben. So wurde zum Beispiel die Möglichkeit des Netzwerks eingeführt – Ethernet Channel genannt. Damit wurde sichergestellt, dass die stetig wachsende Anzahl von Geräten, die an das Internet angeschlossen werden können, einfacher verkabelt und miteinander verbunden werden können. Der Aufwand bei der Verkabelung soll in Grenzen gehalten werden. Realisiert wurde das Netzwerk, indem zwei der Adern im HDMI-Kabel verwendet werden, für die es bisher keine Nutzungsmöglichkeit gab. In zwei Richtungen sind damit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s möglich.
Ebenfalls eine Weiterentwicklung ist der Audio-Rückkanal, der mit ARC (Audio Return Channel) abgekürzt wird. Auch dieser soll dazu beitragen, dass weniger Verkabelungen nötig sind und dass kein weiteres Kabel nötig ist, damit der Ton von TV-Tuner zu A/V-Receiver gereicht werden kann. Dafür muss allerdings bereits eine HDMI-Verbindung vorhanden sein. Bisher wurde nur der Upstream vom DVD- oder Blue-ray-Player zum A/V-Receiver genutzt, durch den Audio-Rückkanal ist hingegen auch die Nutzung des Downstreams möglich. Im A/V-Receiver wird der Ton weiter verarbeitet und später ausgegeben.
Vor der Einführung der HDMI-Schnittstelle in den neuesten Versionen war eine Videoauflösung von 1080 Zeilen üblich. Die neuesten Entwicklungen hingegen unterstützen 4k. Hier werden bis zu 30 Bilder pro Sekunde abgespielt, was eine Auflösung von 3840 x 2160 Pixel bedeutet. Für die Auflösung von 4096 x 2160 Pixel sind 24 Bilder pro Sekunde vorgesehen.
Die Version 1.4 brachte eine entscheidende Neuerung in der Erkennung der Geräte und des abzuspielenden Materials. So kann das Abspielgerät dem darstellenden Gerät mitteilen, ob ein Film, ein Foto oder ein Spiel übertragen werden soll. Denn normalerweise müssen für Fotos und Filme in HD-Qualität andere Einstellungen vorhanden sein. Durch die automatische Typerkennung können Fernseher oder Projektor ein Profil wählen, welches zum Material passt, das abgespielt werden soll. Ein manueller Eingriff des Nutzers wird damit überflüssig, die gesamte Darstellung wird ohne weitere Einstellungen besser.
In den früheren Versionen war der kleine HDMI-Stecker Typ D noch nicht enthalten, heute gehört er zum Standard. Die neuen Stecker berücksichtigen, dass immer mehr Geräte die Möglichkeit haben, Aufnahmen in HD-Qualität zu erstellen. Diese neuen Stecker sind um fast die Hälfte kleiner als die HDMI-Mini-Stecker. Dennoch ist es ihnen möglich, Videos mit 1080 Zeilen zu übertragen. Ein weiterer neuer Stecker ist der Typ E, der mithilfe einer Verriegelung gesichert werden kann und für die Nutzung in Fahrzeugen entwickelt wurde. Er erfüllt höchste Anforderungen an die Funktionstüchtigkeit auch bei Vibrationen oder wechselnden Temperaturen.
Bei den meisten Nutzern heute nicht mehr bemerkenswert ist die 3D-Technik. Mit HDMI-1.4 zog auch die Unterstützung für 3D-Technik ein, wobei hier inzwischen mehrere Standards unterstützt werden.

 

Neuester Standard: HDMI-2.0

Auf der IFA 2013 in Berlin wurde der neue HDMI-Standard 2.0 vorgestellt, der Ultra HD, 4k und HDCP 2.2 unterstützt. Die Datenrate beträgt hier bis zu 18 Gbit/s. Dazu ist das System „abwärtskompatibel“. Ein schönes Wort – es bedeutet, dass die Kabel, die für die früheren System passen, auch für die Version 2.0 eingesetzt werden können. Der Kauf neuer Kabel entfällt im Fall der Neuanschaffung eines Gerätes, welches über diese Version verfügt. Realisierbar sind hier bis zu 32 Audio-Kanäle, außerdem wird BT.2020 unterstützt, der erweiterte Farbraum. Er wird in allen neuen Fernsehgeräten und Monitoren in HD-Qualität zum Standard gehören. Die Unterstützung dieses Farbraums bringt mit sich, dass das visuelle Farbspektrum um bis zu 80 Prozent vergrößert wird und besser darstellbar ist. 4k-Medien machen damit erst richtig Sinn, denn sie können dank dieser Technik wirklich sinnvoll eingesetzt werden und zeigen, was sie können. Erst Blu-ray-Discs mit dieser Technik sollen Ende 2015 auf dem Markt erhältlich sein.

 

Schicht für Schicht: Aufbau des HDMI-Anschlusses

Die Bitübertragungsschicht – auch als physikalische Schicht bezeichnet – ist bei allen HDMI-Versionen vorhanden, dort wird das TMDS genutzt. Dabei handelt es sich um das Transition Minimized Differential Signalling, das die Primärfarben und Taktsignale zwischen PC und Display überträgt. Es gibt insgesamt vier Leiterpaare, die miteinander verdrillt sind. Drei dieser Leitungen übertragen RGB- oder YCrCb-Videosignale. Die vierte Leitung überträgt Taktsignale. Für die Nutzung von Digitalaudio erfolgt die Übertragung der Videodaten durch Multiplex. Dafür gibt es das spezielle HDMI-Kabel mit dem entsprechenden Stecker A, B, C oder D. Darüber hinaus existieren Micro- und Mini-HDMI-Stecker.

 

Die neue Welt der drahtlosen HDMI-Verbindung

Nicht immer kann das HDMI-Kabel problemlos verlegt werden. Eine gute Lösung stellt die drahtlose HDMI-Verbindung dar, an der im Übrigen immer noch geforscht wird. Verschiedene Entwicklungsansätze sollen dazu führen, WHDMI noch leistungsfähiger zu machen. Häufig treten Anschlussprobleme bei Flachbildfernsehern auf, die direkt an der Wand befestigt werden. Hier kann kein HDMI-Kabel verwendet werden. Auch bei der Installation eines Projektors ist die Verwendung eines WHDMI-Kabels sinnvoller, denn der Aufwand einer Verkabelung wäre zu groß. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, dass die meisten Geräte noch nicht für eine Wireless HDMI-Verbindung ausgerüstet sind. Daher ist Voraussetzung für die drahtlose Datenübertragung, dass ein Adapter-Kit vorahnden ist, mit dessen Hilfe das betreffende Gerät nachgerüstet werden kann. Ein Adapter wird mit dem Abspielgerät verbunden, der zweite mit dem TV-Gerät oder Beamer. Zwischen beiden Adaptern wird eine drahtlose Verbindung aufgebaut. Im Handel sind Adapter mit Mehrfachanschlüssen erhältlich, wobei auch ein A/V-Receiver mit mehreren HDMI-Schnittstellen (Eingängen) eingesetzt werden kann. Der Sender wird mit dem HDMI-Ausgang des Receivers verbunden. Mithilfe der Fernbedienung des Receivers kann zwischen den Abspielgeräten umgeschaltet werden. Für den Hausgebrauch sind Adapterkits als Wireless Home Digital Interface – kurz WHDI – erhältlich. Sie besitzen einen Sender und einen Empfänger, wobei die Übertragung des Videosignals zwischen diesen beiden stattfindet. Die üblichen Installationen im Wohnzimmer lassen sich damit aufrüsten, wobei Voraussetzung das Vorhandensein einer HDMI-Buchse ist. WHDI nutzt ein Frequenzband von 5 GHz, wobei sich die Übertragung von der klassischen Verbindung im Netzwerk unterscheidet. Es werden besondere Video-Encoder eingesetzt, die für eine störungsfreie Übertragung der Video-Streams mit einer sehr hohen Datenmenge geeignet sind. Selbst beim Anschauen von 3D-Blu-ray-Discs sind keine Störungen erkennbar. WHDI ist daher auch für die Verbindung der Spielekonsole mit dem Ausgabegerät einsetzbar. Verschiedene Geräte sind inzwischen mit einem WHDI-Receiver ausgestattet und bringen den Sender als Dongle gleich mit. Dieser wird in den HDMI-Ausgang des Quellgerätes gesteckt. Ebenfalls für Wohnzimmeranwendungen geeignet ist WiHD – Wireless HD. Wie beim WHDI gibt es Adapterkits zu kaufen, mit denen sich Quell- und Zielgeräte verbinden lassen. Der Unterschied ist aber, dass die Übertragungsfrequenz deutlich höher ist als bei WHDI, hier wird mit einem 60 GHz-Band gearbeitet. Damit können sehr große Bandbreiten für die Übermittlung von Bild und Ton genutzt werden. Dennoch gibt es eine Hürde: Allein die Luftmoleküle dämpfen die Frequenz derart stark, dass die maximale Distanz für eine Übertragung auf zehn Meter beschränkt werden muss. Damit können keine Wände durchdrungen oder große Entfernungen überbrückt werden.

 

Mobile Geräte mit dem TV-Gerät verbinden

Sollen Bild- und Tonsignale von mobilen Geräten auf das Fernsehgerät übertragen werden, so kommt Miracast zur Anwendung. Damit wird der Fernseh-Bildschirm zum Monitor für Tablet, Smartphone oder Notebook. Genutzt wird eine direkte Verbindung über WLAN, die zwischen Quell- und Zielgerät hergestellt wird. Ein WLAN-Router muss nicht vorhanden sein. Smartphones, die fähig sind, mit Miracast zu arbeiten, bauen eine Verbindung zum TV-Gerät auf, welches ebenfalls Miracast-fähig sein muss. Nun ist nur noch ein Knopfdruck nötig und das mobile Gerät nutzt den TV-Bildschirm für die erweiterte Ausgabe des Bildes. Derzeit gibt es allerdings nur wenige Fernsehmodelle, die Miracast unterstützen.

 

Erfindung mit großer Bedeutung: HDMI-Schnittstellen mit und ohne Kabelverbindung

Gerade im Bereich der Unterhaltungselektronik ist die HDMI-Schnittstelle von größtem Wert, denn hier können über die CEC-Protokolle und AV.link die Daten übertragen und an die angeschlossenen Geräte verteilt werden. So verbinden sich Radio und Fernseher, Recorder, Receiver und Tuner. Außerdem ist es möglich, bis zu acht Audiokanäle zu übertragen, wobei die Audiosysteme ab 7.1 unterstützt werden. Das bedeutet wiederum, dass nur ein Datenkabel benötigt wird, um digitale Videos und Mehrkanal-Audiodaten auf einer Strecke von bis zu 15 Metern zu übermitteln. Derzeit gehen die Entwicklungen stark weiter in Richtung Wireless-HDMI, bislang hat sich WHDMI aber noch nicht als so sicher und funktionstüchtig erwiesen, dass es zum Standard avanciert wäre. Die Funktechnik soll Übertragungen von Videos ohne Kabelverbindung vom DVD-Player zum Fernsehgerät ermöglichen. Allerdings gibt es auch andere Forschungsansätze, bei denen die Übertragung der Daten per Breitband-Powerline und somit über das Stromnetz erfolgen soll. Nähere Ausführungen zu derzeit erhältlichen Möglichkeiten für WHDMI folgen im nächsten Abschnitt. Geschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s sollen hier möglich sein. Dieser Ansatz arbeitet mit der Datenkompression, weil die Datenraten zwischen 2,27 und 4,45 Gbit/s liegen, wobei die genauen Raten von der Bildauflösung abhängig sind. Wie groß die Bedeutung der HDMI-Erfindung wirklich ist, zeigt sich schon allein daran, welche Unternehmen zum Gründungskonsortium gehören. Hier sind so namhafte Firmen wie Panasonic, Sony, Toshiba, Hitachi und Thomson vertreten – alles Stars aus dem Bereich der elektronischen Geräte.

 

Vorteilhaft: HDMI-Schnittstellen für moderne Heimkinos

HDMI-Schnittstellen werden von Experten gern als die Verwirklichung eines Idealkonzepts bezeichnet und bringen zahlreiche Vorteile mit. Sie sind eine gemeinsame Entwicklung von Filmindustrie und praktisch allen namhaften Herstellern der Unterhaltungselektronikbranche, wobei die HDMI-Schnittstellen als erste volldigital arbeiten. Bild- und Tondaten sind in nur einem Kabel vereint und werden gleichzeitig übertragen. Kompressions- und Qualitätsverluste treten nicht auf, was ein Vorteil gegenüber der Nutzung von FireWire oder i.link ist. Eine Wandlung von analog in digital oder umgekehrt ist nicht nötig. Digitale Signale können direkt von Komponente zu Komponente übertragen werden, eine Wandlung muss nicht zwischengeschaltet sein. Dabei werden alle digitalen Formate verarbeitet, das heißt, die Bandbreite ist sehr hoch. Die Raten für die Datenübertragung sind ebenfalls hoch, HDMI-Schnittstellen arbeiten sehr schnell, es kommt nicht zu den gefürchteten Artefakten bei der Bildübertragung. Ein anderer Vorteil ist, dass HDMI-Schnittstellen abwärtskompatibel zu DVI-Schnittstellen sind, weil sie eine Weiterentwicklung derselben darstellen. Umgekehrt gilt das allerdings nicht, aufwärts werden nur Untermengen an Daten übertragen. Die Protokolle CEC und AV.link, die für universelle Fernbedienungen eingesetzt werden, werden durch HDMI-Schnittstellen unterstützt. So können mehrere Geräte über nur eine Fernbedienung gesteuert werden. HDMI-Kabel können auch bei einer Strecke von bis zu zwanzig Metern eingesetzt werden, wobei hier allerdings Repeater nötig sind, damit das Signal ausreichend stark gehalten wird. Zugrunde liegt hier das TDMS-Protokoll, welches auch für den Transfer via Glasfaser geeignet ist, somit ist theoretisch die Übertragung über noch längere Strecken möglich. Durch die Nutzung von HDMI-Schnittstellen ist die bi-direktionale Übertragung von Daten durchführbar. So kann ein Fernsehgerät dem digitalen Satelliten-Receiver mitteilen, welche Bild- und Tonformate er momentan nutzt. Der Receiver übermittelt die Informationen dann automatisch in der jeweils passenden Einstellung. HDMI-Geräte sowie HDMI-Schnittstellen sind als zukunftssicher zu bezeichnen, weil sie die Möglichkeit zur Übertragung höherer Raten besitzen. Damit können auch die in Zukunft eingesetzten Bild- und Tonformate unterstützt werden.

 

Wenige Nachteile

Die HDMI-Technik besitzt durchaus auch Nachteile, die aber vor allem in den Kabeln und weniger in der Schnittstelle an sich zu finden sind. Wie bereits erwähnt wurde, sollte das verwendete Kabel nicht zu lang sein, damit es nicht zu Verständigungsproblemen zwischen Quell- und Zielgerät kommt. Gerade bei großen Datenmengen, die transportiert werden sollen, können sich ansonsten Probleme ergeben wie etwa Bildfehler oder gar ein totaler Bildausfall. Solche Verständigungsschwierigkeiten können zwischen den beteiligten Geräten aber dennoch auftreten, selbst wenn sie die gleiche HDMI-Version unterstützen und den gleichen Kopierschutz nutzen. Oft liegt der Grund im Begrüßungsprozess, also im Handshake. Wird dieser wiederholt, erübrigt sich das Problem in vielen Fällen.

 

Begrüßungsritual: HDMI-Verbindung grüßt per „Handshake“

Menschen begrüßen sich per Handschlag – bei vielen elektronischen Geräten gibt es ebenfalls ein Begrüßungsritual, wenngleich dieses nicht mit einem Handschlag gleichzusetzen ist. Dennoch gibt es den Handshake zwischen HDMI-Geräten, die miteinander verbunden sind. Der Anmelde- und Begrüßungsvorgang ist recht umfangreich und kompliziert, doch sind die Geräte erst einmal miteinander verbunden, gibt es kaum noch Störmöglichkeiten. Für sämtliche Vorgänge während der Begrüßung gibt es das Handshake Protokoll, in dem auch bei Störungen und Problemen nachgesehen werden kann. Der Prozess des Begrüßens und Anmeldens der HDMI-Geräte läuft wie folgt ab:
1. Die zu übertragenden Frequenzen werden synchronisiert. 2. Die HDCP-Zertifizierungen werden ausgetauscht, wobei ein Schlüssel erstellt wird. Dieser Schlüssel wird zur Decodierung übertragen. 3. Die EDID-Informationen des Bildschirms werden ausgelesen, hier geht es insbesondere um die Bildwechselfrequenz sowie um die Bildauflösung). 4. Die Audio-Fähigkeiten des Zielgerätes werden in Bezug auf Decodierung des Bitstreams, PCM-Kanäle usw. abgefragt. 5. Der CEC-Kanal wird gecheckt, damit steuern sich die Geräte gegenseitig.
Wurde der Begrüßungsprozess erfolgreich abgeschlossen, beginnt die Sendeausstrahlung seitens der Quelle – die Übermittlung der Daten kann beginnen. Bis dahin wurde der gesamte Vorgang im eben bereits erwähnten Handshake Protokoll aufgezeichnet. In der Zeit, in der die Begrüßung läuft, stehen die Leitungen auf „Mute“.

 

Kabelsalat: Welches Kabel ist das richtige?

Die HDMI-Schnittstelle hat die Übertragung von digitalen Video- und Audiodaten erheblich vereinfacht und die bis dato üblichen Verfahren vereinheitlicht. Die Unterhaltungselektronikbranche wurde gewissermaßen revolutioniert und erhielt einen neuen Standard. Gleichzeitig wurde es möglich, einen umfassenden Kopierschutz einzubetten. Doch mit jeder weiteren HDMI-Version hoben die Hersteller ihre Kabel mit dem entsprechenden Produktmerkmal hervor – dem widerspricht das HDMI-Konsortium allerdings vehement. Ob es um HDMI-1.3 oder HDMI-1.4 geht, spiele für die Wahl der Kabel keine Rolle, heißt es. Richtig hingegen: Die Kabel sind stets kompatibel untereinander und somit austauschbar. Sie brauchen lediglich eine Mindestbandbreite von 2,25 Gbit/s oder 70 MHz. Full-HD Inhalte können damit ausreichend übertragen werden. Geht es jedoch um den Nachfolger des HD – 4k – oder sollen Filme auf 3D-Basis angesehen werden, ist eine größere Kapazität vonnöten. Folgende HDMI-Kabel sind erhältlich und bieten die genannten Spezifikationen:
- Standard HDMI-Kabel: ausreichend für HD Video- und Audiodaten, Übertragungsrate 2,25 Gbit/s - Standard HDMI-Kabel mit Ethernet: besitzt die genannten Eigenschaften und ist zusätzlich im Netzwerk einsetzbar - High Speed HDMI-Kabel: für Darstellungen in 3D geeignet, Übertragungsrate bis 10,2 Gbit/s - High Speed HDMI-Kabel mit Ethernet: besitzt die genannten Eigenschaften des High Speed HDMI-Kabels und ist zusätzlich im Netzwerk zu nutzen - Standard Automotive HDMI-Kabel: besitzt extra kleine Stecker und ist dem Einsatz im Fahrzeug vorbehalten
Die Kabel sind untereinander kompatibel und können für HDMI-Geräte verschiedener Versionen genutzt werden. Lediglich die Leistung variiert je nach verwendetem Kabel. Das High Speed HDMI-Kabel bietet wie genannt eine deutlich höhere Übertragungsrate. Von Experten erhält dieses Kabel daher klare Kaufempfehlungen, zumal die Anschaffungskosten nicht höher sind als bei einem Standard HDMI-Kabel. Die Hochgeschwindigkeitskabel kennen keine Probleme mit der Kompatibilität, diese beträgt 100 Prozent. Sämtliche Geräte, die mit den HDMI-Vorgängerversionen ausgestattet sind, können damit betrieben werden. Unterstützt werden die üblichen HD-Standards, dazu kommen spezielle Features wie 4k, 3D, Dolby TrueHD und weitere HD-Audioübertragungen. Mit inbegriffen ist hier der Rückkanal. Des Weiteren ermöglicht das High Speed Kabel die Nutzung des erweiterten Farbraums bis 48 Bit. Das High Speed HDMI-Kabel mit Ethernet macht ein weiteres Kabel zur Nutzung eines Netzwerks überflüssig. Die Internetverbindung mit dem Fernseher ist allein durch dieses Kabel gegeben. Das Problem sind an dieser Stelle eher die Geräte, die eine solche Funktion noch nicht unterstützen, die Kabel hingegen lassen sie zu. Die Funktion des Ethernets muss nicht gegeben sein, bringt aber bei Vorhandensein keinen Nachteil.
Beim Kauf des richtigen Kabels für den HDMI-Anschluss sollte auf verschiedene Dinge geachtet werden. Die Nennung der nutzbaren HDMI-Version ist dabei unerheblich, wichtiger ist, ob es sich um ein High Speed oder ein Standard Kabel handelt. Des Weiteren kommt es auf die richtige Länge des Kabels an, unnötig lange Kabel sind teuer, zu kurze Kabel reichen für die gewünschte Entfernung oft nicht. Das Standardmaß beträgt zwei bis drei Meter und ist in der Regel ausreichend. Es ist darauf zu achten, dass die Länge des Kabels unter zehn Metern liegt. Wird diese Grenze überschritten, ist ein Repeater nötig. Mit diesem lässt sich das HDMI-Signal verstärken. Wichtiger als die angegebene HDMI-Version ist der Steckertyp: Als Standard gilt Typ A für TV, Blu-ray-Player, DVD-Player, Beamer etc. Micro-HDMI wird als Typ D angeboten und von Tablets und Smartphones benötigt.

 

Vergleich HDMI und DVI

Eine frühere elektronische Schnittstelle zur Datenübertragung ist Digital Visual Interface, kurz DVI. Für Computer mit TFT-Monitor galt DVI als Standard für die Übermittlung von Videodaten an die Grafikkarte. Auch viele Fernsehgeräte nutzen den DVI-Eingang, um digitale Signale zu verarbeiten, wenn diese von Computern oder DVD-Playern kommen. Generell spielt in der Unterhaltungselektronik aber die HDMI-Schnittstelle eine wesentlich größere Rolle, wobei diese eine Weiterentwicklung von DVI darstellt. Besitzt ein TV keinen HDMI-Anschluss und verfügt nur über einen Eingang für DVI, so hilft ein Adapterkabel beim Anschluss eines HDMI-Geräts. Dafür muss der DVI-Eingang aber HDCP unterstützen, das ist der HDMI-Kopierschutz. Auch die DVI-Ausgänge der Geräte können mit Adaptern für HDMI-Geräte nutzbar werden, was beispielsweise bei Computern genutzt wird. Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich zwischen beiden Schnittstellen:

Vergleichspunkt

HDMI

DVI

Bildqualität

Herkömmliche Videosignale werden ebenso wie hochauflösende Bilder übertragen (PAL und HDTV)

Es werden die gleichen Bildnormen übertragen wie bei den HDMI-Versionen, dazu kommen die Bildnormen für PC-Monitore.

Tonqualität

Stereoton und Heimkinoton können übertragen werden.

Je nach Gerät muss ein extra Kabel für die Übertragung des Tons verlegt werden (hier wird zwischen analog und digital unterschieden).

Verkabelung

Ein Kabel wird für die Übertragung von Bild und Ton eingesetzt. Die Kabelverlegung ist einfach dank kleiner Stecker.

Für Bild und Ton müssen zwei Kabel verlegt werden. Diese besitzen große Stecker, die für den knappen Platz hinter dem TV oft zu groß sind.

Kopierschutz

HDCP ist vorhanden und schützt vor unerlaubter Vervielfältigung von HDTV-Sendungen und gekauften DVDs. Durch diesen Kopierschutz ist nach dem Umschalten die Bildanzeige verlangsamt.

Nicht alle DVI-Anschlüsse sind für den Kopierschutz geeignet, genaue Auskunft im Einzelfall gibt die Bedienungsanleitung des Gerätes. Ist der Anschluss nicht für den Kopierschutz geeignet, erscheint kein Bild bei gekauften DVDs oder HDTV-Sendungen.

Verschleiß

Die dünnen Kontaktstifte und Blechränder brechen und verbiegen leicht.

Die Kontakte sind stabil, auch häufiges Umstecken ist unproblematisch.

Kontaktschwierigkeiten

Bild und Ton können ausfallen, weil die Stecker an den Kabeln oft schwer sind und dicke Entstörkerne haben. Durch das Eigengewicht rutschen diese aus der Buchse.

Es erfolgt eine Verschraubung mit der Buchse, Wackelkontakte sind nahezu ausgeschlossen.

 

 

Vom Suchen und Finden: Fehler bei der Anwendung von HDMI-Geräten

Der HDMI-Standard hat in vielen Haushalten Einzug gehalten und ist aus dem Bereich des Heimkinos nicht wegzudenken. Viele Hersteller setzen auf HDMI-Produkte, die kompatibel zu DVI und HDMI-Vorgängerversionen bleiben sollen. Dazu kommt der hoch entwickelte Kopierschutz, der die Geräte und Verbindungen belastet – Fehler sind vorprogrammiert. Diese müssen nicht auftreten, das Risiko ist jedoch sehr hoch.
Wie bereits an anderer Stelle beschrieben wurde, können Probleme beim Handshake auftreten. Der Begrüßungsprozess gilt als kritischste Situation mit komplizierten technischen Vorgängen. Ist dieser Prozess jedoch abgeschlossen, treten eher selten andere Fehler auf.
Wenn hochauflösendes Material übertragen werden soll, ist das Vorhandensein des Kopierschutzes unverzichtbar. HDCP heißt dieser Schutz vor unerlaubter Vervielfältigung und ist kein fester Bestandteil der HDMI-Produkte, sondern wird quasi als Zusatz gesehen. „High-Bandwith-Digital-Content-Protection“ heißt der Kopierschutz in ausgeschriebener Form. Er bewirkt, dass das Videosignal, welches vom Sender kommt, verschlüsselt wird. Beim bereits beschriebenen Begrüßungsprozess des Handshake wurde ein Schlüssel generiert, der wiederum das Videosignal des Senders decodieren kann. Die Verfügbarkeit des Senders wird regelmäßig überprüft. Stellt die Quelle dabei fest, dass der Sender nicht mehr korrekt angeschlossen ist, so kann die Übertragung nicht fortgeführt werden, sie wird unterbrochen. Verlangt der Inhalt, der übertragen werden soll, einen Kopierschutz, so muss HDCP eingeschaltet werden. Es empfiehlt sich, diesen gar nicht erst auszuschalten, weil ansonsten beispielsweise bei der Verwendung eines Satelliten-Receivers nach jedem Umschalten ein neuer Begrüßungsprozess durchgeführt werden muss. Hierbei würde jedes Mal ein neuer Code erstellt werden, was nicht nur Zeit kostet, sondern auch das Fehlerrisiko deutlich erhöht. Wird das Bild nicht übertragen oder zeigt das Display den berühmten „Schnee“, so liegt in den meisten Fällen ein Problem mit dem Kopierschutz vor. Dann sollte ein neuer Handshake vorgenommen werden.
Das Signal bleibt bei der HDMI-Nutzung auch dann stabil, wenn große Längen des Kabels eingesetzt werden. Erst ab einer Länge von etwa zehn Metern treten Probleme auf, die einen Repeater zur Verstärkung des Signals erfordern. Es gibt bei der Übertragung die sogenannte Klippe – eine Verschlechterung des Signals kurz vor dem Abbruch der Übertragung. Solche Bildfehler treten vor allem bei zu großen Kabellängen auf. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die Klippe nicht stets gleich ist, sondern sich je nach Signal verschieben kann. Ist die Kabellänge akzeptabel und sind dennoch weniger Zeilen zu sehen als vorgesehen, kann die Bit Error Rate schuld sein. Die BER bezeichnet die Bildfehler, die innerhalb einer bestimmten Zeit auftreten. Die Qualität des Signals ist meist so lange gut, bis der A/V-Receiver eingeschaltet wird. Harmoniert der Verstärker, der im Kabel integriert ist, nicht mit dem Receiver, so treten Bildprobleme auf. Normalerweise gibt es einen Fehler pro Tag bei einem HDMI-Kabel. Doch selbst Raten von einem Fehler pro Sekunde stellen kein Problem dar, sofern das Kabel kurz genug ist. Bei einem Kabel, welches einen Fehler pro Sekunde aufweist und einen Meter länger als das Vergleichskabel ist, kann die Fehlerrate schon 5.000 betragen. Noch ein weiterer Meter – und das Signal setzt aus. Hier zeigt sich der Vorteil der High Speed HDMI-Kabel: Ein Standard Kabel überträgt bis 2,3 Gbit/s auf 15 Meter sicher. Bei einem kürzeren Kabel wird demzufolge eine höhere Bandbreite erreicht. High Speed Kabel hingegen garantieren selbst über eine große Länge die maximale Übertragungsrate von bis zu 10,2 Gbit/s.
Kritisch sind die Übergangspunkte zwischen Weiterleitung, Verstärkung und Umschaltung der Signale. Gerade bei dem Einsatz von A/V-Receivern können hier leicht Probleme auftreten, denn die elektronischen Vorgänge in den Geräten sind sehr komplex und differenziert. Die Geräte müssen der Quelle übermitteln, welches Format sie übertragen können. Im gleichen Moment wird das Bild an das TV-Gerät oder den Beamer weitergeleitet. Von diesen wiederum werden Informationen abgerufen, die sich auf die verfügbaren Standards beziehen. Muss ein Signal nun aufgeteilt und ein Bild bearbeitet werden, so muss dieses Signal zuerst decodiert werden. Der Kopierschutz HDCP muss an dieser Stelle weichen. Das Signal wird neu verschlüsselt, ehe es wieder versandt wird. Die beteiligten Geräte an diesen Prozessen können sich leicht „missverstehen“, einfach aus dem Grund, weil so viele Prozesse gleichzeitig zu bewältigen sind, wobei zusätzlich feste Zeitintervalle gelten. Während dieser Intervalle müssen die Vorgänge abgeschlossen sein. Ein Gerät kann das andere nicht verstehen, wenn ein „Partner“ an diesen Prozessen zu schnell oder zu langsam bzw. gar nicht reagiert. Die Botschaft, die übermittelt werden soll, wird nicht erkannt, das Gerät schaltet sich in vielen Fällen ab.

 

ARC (Audio Return Channel) ist ein Audiorückkanal für digitale Audiosignale. Empfängt ein Fernseher seine AV-Signale beispielsweise per DVB-Tuner, kann das digitale Audiosignal an den AV-Receiver weitergeleitet werden. Die Signalübertragung findet direkt über den Audiorückkanal im HDMI-Kabel statt. Der AV-Receiver kann das digitale Tonsignal nun dekodieren und über die angeschlossenen Lautsprecher abspielen. Definiert wurde der Audiorückkanal ARC in HDMI 1.4.

 HDMI-Rückkanal-Grafik

Bislang musste ein separates SPDIF-Kabel vom TV/DVB-Tuner verlegt werden, um die digitalen Audiosignale an den AV-Receiver auszugeben. Das ist dank ARC (Audio Return Channel) nun nicht mehr notwendig.

Zu den HDMI-Spezifikationen gehört auch der Kopierschutz HDCP (High-bandwidth Digital Content), der 2003 von Intel entwickelt worden ist. Das Verschlüsselungssystem soll ein Abgreifen der Audio/Videodaten zwischen dem Wiedergabegerät und dem Empfänger verhindern. Das funktioniert denkbar einfach über die interaktive Kontrollfunktion. Verfügt ein Wiedergabemedium (z.B. Blu-ray) über eine HDCP-Verschlüsselung, teilt es dies dem Player beim Abspielen mit. Nun müssen alle Geräte innerhalb der Wiedergabekette HDCP unterstützen (z.B. Player => Receiver => Projektor). Sollte nur eines dieser Geräte den Kopierschutz nicht unterstützen, spielt der Player den Film nicht ab, oder er gibt ihn in geringerer Auflösung aus. Sollte eine analoge Verbindung für die Signalübertragung genutzt werden, können Full HD-Inhalte nur mit reduzierter Auflösung wiedergegeben werden.

 

Die Wiedergabe von 3D-Kontent (mit Frame Packing) stellt einen Sonderfall dar. Während die AV-Geräte über HDMI 1.4 verfügen müssen, um 3D zu „verarbeiten“, reicht sogar die Bandbreite von HDMI 1.3-Kabeln aus, um 3D-Bildsignale zu transportieren.

Viele ältere HDMI-Geräte können nachträglich auf 3D umgerüstet werden. Per Softwareupdate ist es heute möglich, Blu-ray-Player, die HDMI 1.3-fähig sind, so zu modifizieren, dass sie 3D nach HDMI 1.4-Standard ausgeben können. Sony hat dies als erster Hersteller umgesetzt. Obwohl die Playstation 3 nur über HDMI 1.3 verfügt, wird mit der Firmware 3.5 ein vollwertiger 3D-Blu-ray-Player aus ihr. Darüber hinaus wurde ein Firmware-Update von Sony angekündigt, mit dem die PS3 sogar 4K-Kontent ausgeben kann. Dieses Update macht durchaus Sinn, weil der Sony VPL-VW1000 der erste Heimkinoprojektor ist, der native 4K-Bildauflösung darstellen kann. Seit Februar 2012 ist dieser Projektor im Handel erhältlich.

Leider folgen nur wenige Hersteller diesem Beispiel von Sony. Die meisten Unternehmen stellen kein Softwareupdate zur Verfügung, um ihre HDMI 1.3-standardisierten Geräte 3D-fähig zu machen, sondern implementieren dieses Feature in die Nachfolgemodelle.

 

Früher wurden die HDMI-Kabel mit den gleichen Spezifikationsnummern versehen, die aktuell auch für die Audio/Video-Geräte genutzt werden. So waren HDMI 1.1-Kabel bis HDMI 1.3-Kabel im Handel erhältlich. Als der neue HDMI-Standard 1.4 für AV-Geräte definiert wurde, änderte sich für die Kabel nichts. Die Bandbreite der HDMI 1.3-Kabel ist groß genug, um 3D übertragen zu können.Da eine höhere HDMI-Versionsnummer eine höhere Leistungsfähigkeit suggeriert, haben einige Kabelhersteller auf ihre Kabel HDMI 1.4 gedruckt! Daraufhin reagierte die HDMI-Organisation und führte neue Bezeichnungen ein.

Für das Home Entertainment sind nur HDMI-Standard und HDMI-High Speed wichtig – jeweils mit und ohne Ethernet-Channel. Der zusätzliche HDMI-Ethernet-Channel (HEC) ist für eine Netzwerkverbindung gedacht. HDMI-Standard Automotive ist für den Fahrzeugbereich entwickelt worden (und hier nur der Vollständigkeit halber mit aufgeführt). Im Heimkino spielt der HDMI-Standard Automotive keine Rolle.

  • HDMI-Standard: Die übertragbare Datenrate beträgt maximal 2,25 GBit/s. 1080i und 720p werden mit einer Frequenz von mind. 75 MHz übertragen.
  • HDMI-Standard mit Ethernet: Die Eigenschaften sind nahezu identisch mit dem Standard-Kabel. Darüber hinaus gibt es den zusätzlichen HDMI-Ethernet-Channel.
  • HDMI-Standard Automotive: Die Übertragungseigenschaften sind nahezu identisch mit dem Standard-Kabel. Allerdings wird ein anderer Stecker (Typ E) genutzt. Darüber hinaus wurde das Kabel optimiert, um den schwankenden Temperaturen und den Vibrationen im Fahrzeug zu widerstehen.
  • HDMI-High Speed: Die übertragbare Datenrate beträgt maximal 10,2 Gbit/s. 1080p und 3D werden mit einer Frequenz von mind. 340 MHz übertragen. Außerdem ist 4K mit 2160p/24 Hz möglich.
  • HDMI-High Speed mit Ethernet: Die Übertragungseigenschaften sind nahezu identisch mit dem HDMI-High Speed-Kabel. Darüber hinaus gibt es den zusätzlichen HDMI-Ethernet-Channel.

 

 HDMI-Anschlüsse MBR3860

Zwei HDMI Ausgänge am Receiver sind durchaus sinnvoll, wenn mehrere Displays angeschlossen werden sollen (z.B. TV und Projektor).

Neben den unterschiedlichen HDMI-Versionsnummern, sorgt auch der HDMI-Helligkeitspegel im Quellsignal zunehmend für Verwirrung. Die HDMI-Spezifikation enthält die gleichen Helligkeitspegel wie DVI (Digital Visual Interface). Diese nennen sich u.a. HDMI-Standard/Erweitert, HDMI-Dynamikbereich Normal/Begrenzt, RGB voller Bereich, BTB (Blacker Than Black) & WTW (Whiter Than White). Diese Begriffe sagen alle dasselbe aus. Videosignale werden in der Regel mit 8 Bit digitalisiert. Dadurch sind 256 Werte (z.B. 256 Graustufen) im Bild darstellbar. Der Wertebereich beträgt Y=0 (Schwarz) bis Y=255 (Weiß). Dieser volle Wertebereich wird von PCs, Digitalfotos und Games genutzt. TV, Video, DVD und Blu-ray nutzen nicht den vollen Wertebereich (0-255), sondern nur einen kleineren Teil davon. Dieser genutzte Wertebereich reicht von 16-235, wobei Y=16 für Schwarz und Y=235 für Weiß steht. Die Bereiche unterhalb von Y=16 und oberhalb von Y=235 liegen meist ungenutzt brach. Heutige Displays verfügen oftmals über eine HDMI-Automatikeinstellung. Wenn diese Einstellung im Display aktiviert ist, wird der HDMI-Wertebereich automatisch an das Quellmaterial angepasst.

HDMI geht aktuell sogar noch einen Schritt weiter. In den Standards wurde ACE (Automatic Content Enhancement) definiert. Damit signalisiert das Abspielgerät (z.B. ein Blu-ray-Player) dem Display, um welche Art von Inhalt das Quellsignal verfügt. Das Display passt nun Helligkeit, Kontrast und Farben automatisch an den Inhalt an. Dadurch wird der korrekte Farbraum dem jeweiligen Quellmaterial zugeschaltet. Beispielsweise werden Fotos im Farbraum Adobe RGB wiedergegeben, während einer Blu-ray der Farbraum der Norm ITU REC. 709 zugeordnet wird. Außerdem wird der jeweilige HDMI-Dynamikbereich (0-255 oder 16-235) automatisch für das Quellmaterial (z.B. PC oder DVD) eingestellt. ACE ist bereits für 3D und 4K-Kontent vorbereitet.

 JVC DLA-X30 MBR3858

Der JVC DLA-X30 hat neben den HDMI Dynamikbereichen „Standard“ (16-235) und „Erweitert“ (0-255) noch den „Modus Super White“ (16-255).

 

Wie sieht eine fehlerhafte Datenübertragung aus?

Immer wieder tauchen Aussagen auf wie: „HDMI ist eine Schnittstelle für digitale Übertragungen, da gibt es nur funktioniert oder funktioniert nicht!“  Das ist im Grunde richtig. Die Toleranz für fehlerhafte Übertragungen ist ausgesprochen gering. Doch zwischen funktioniert und funktioniert nicht gibt es ein paar Abstufungen. Bildfehler können sich in Form von Artefakten zeigen. Das sind meist Pixelfehler. Mal sehen diese aus wie „Bildrauschen“, dann wie farbige Pixelketten oder wie dicke farbige Balken, meistens reißt das Bild aber recht schnell ab.

 

 Schweiz Originalaufnahme MBR4640

Die Originalaufnahme ist frei von Artefakten aller Art. So wird das Bild auf dem Display aussehen, wenn das Quellsignal alle Komponenten fehlerfrei durchläuft.

 

 Schweiz Artefakte gering MBR4641

Fehler in der Signalübertragung können zu Pixelfehlern führen. Wie auf diesem Screenshot gut zu erkennen ist, sehen die Pixelfehler hier aus wie massives Helligkeitsrauschen.

 

 Schweiz Artefakte massiv MBR4642

Sollten Fehler in der Signalübertragung zu groß sein, kann dies zum Ausfall von mehreren Bildzeilen führen…

 

 Schweiz Original - HDMI-kein Signal MBR4643

… am Ende kommt es dann zum kompletten Signalabriss.

 

Die Ursache für derartige Fehler ist vielfältig. Das können Störungen sein, die ins HDMI-Kabel einstrahlen (z.B. durch parallel verlegte Stromkabel), die Kupferqualität, die Übergangswiderstände (z.B. zwischen Stecker und Leitungen) sowie die Abstimmung der Signalleiter im Kabel. Auch der Anpressdruck des Steckers ist zu beachten. Diesbezüglich bieten einige Kabelhersteller probate Lösungen an. Deren Stecker lassen sich direkt am Anschlussgerät arretieren. Letztendlich kann sogar die Signalverarbeitung zu Fehlern führen. Idealerweise beträgt die Reaktionszeit der digitalen Signalverarbeitung Null. Je langsamer die Signale verarbeitet werden, desto mehr Fehler können ganz am Ende auftreten. Wird beispielsweise die Anstiegsflanke zu flach (z.B. in einem Rechtecksignal), verändert sich das originale Quellsignal.

Deshalb besitzt eine stabile digitale Datenübertragung eine gute Fehlerkorrektur. Je mehr die Fehlerkorrektur aber das Signal beeinflusst, desto stärker wird das übertragene Quellsignal auch verändert. Die Nettoqualität der Audio- und Videosignale nimmt zunehmend ab.

 

 Augendiagramm

Darstellung der Signalübertragung auf einem Oszilloskop: Die beiden Augendiagramme zeigen die Signalgüte einer HDMI-Übertragung.

Links wird die Signalqualität durch Störungen messbar verschlechtert. Die Folgen dieser Störungen können Jitter und Rauschen sein. Rechts wird das Originalsignal fehlerfrei übertragen. Der geringere Pegel ist viel unkritischer zu bewerten, weil die Fehlerkorrektur das Originalsignal nicht verändern muss.

Je länger ein HDMI-Kabel ist, desto wahrscheinlicher treten Störungen innerhalb der Signalübertragung auf. Ab 10 Meter Kabellänge ist die Signalübertragung kritisch. Kürzere Kabel (bis 5 Meter) machen in aller Regel keine Probleme. HDMI-High Speed-Kabel sollen 4K-Bildmaterial bis 7,50 Meter Länge fehlerfrei übertragen.

Leider lässt sich nicht verbindlich vorhersagen, welche HDMI-Kabel/Gerätekombis fehlerfrei arbeiten und welche nicht. Auf die individuelle Kombination der geräte kommt es an. Wer ein längeres HDMI-Kabel zu kaufen beabsichtigt, sollte aus den oben genannten Gründen darauf achten, dass nicht nur der Kabeldurchmesser möglichst groß ist (Mehrfachschirmung), sondern auch die inneren Materialien (Kabelleiter) von hoher Güte sind (gute Kupferqualität), und die Stecker fest in den Ports sitzen.

 

 Im HDMI-Standard sind inzwischen fünf verschiedene Steckertypen definiert.

 HDMI-Kabeltypen- Pressefoto von HDMI-Pressemappe kopie

Auf dem Bild sind die Stecker-Typ A (ab HDMI 1.1), Typ C (ab HDMI 1.3) und der Micro-Stecker Typ D (ab HDMI 1.4) abgebildet.

 

 HDMI-Kabel-Standard-Automotive-Pressemappe

Der Stecker-Typ E (ab HDMI 1.4) kommt nur bei HDMI-Standard-Automotive zum Einsatz. Im Home Entertainment spielt der Stecker-Typ E keine Rolle. Hier ist er der Vollständigkeit halber mit aufgeführt.

 

Typ

Bezeichnung

Breite

Pins

Verbindung

A

Standard-HDMI-Stecker

13,9 mm

19

Single-Link

B

HDMI-Stecker

21,2 mm

29

Dual-Link

C

Mini-

HDMI-Stecker

10,42 mm

19

Single-Link

D

Micro-

HDMI-Stecker

6,4 mm

19

Single-Link

E

Automotive

Connection System E

 

19

 

 

Hier die vollständige Pinbelegung der gängigsten Steckerbuchse Typ A:

HDMI-Pinbelegung

Tabelle Pinbelegung HDMI

 

Fazit:

High Definition Multimedia Interface (HDMI) ist eine Schnittstelle für die digitale Übertragung von Audio- und Videodaten. Sie enthält Vorgaben an die Funktion und Eigenschaften der Kabel, Endgeräte sowie der übermittelten Signale. Werden die Standards von allen Komponenten der Wiedergabekette eingehalten, belohnt HDMI den Nutzer mit einem großartigen Bild- und Tonerlebnis.