Freitag, 10 Februar 2017

HDR – Was steckt hinter High Dynamic Range

© Sony HDR © Sony HDR

Das Jahr 2017 bringt im Segment der Fernseher und vor allem bei den Highend-Geräten einige Neuigkeiten – vor allem der Bereich Bildqualität im Allgemeinen und das Thema High Dynamic Range (HDR) ganz speziell, liegt den Herstellern offenbar sehr am Herzen. Aber was steckt eigentlich hinter HDR. Wir klären das für Sie.

Mehr Details dank HDR

High Dynamic Range (HDR) sorgt dafür, dass die Brillanz von TV-Displays enorm zunimmt, Bilder immer besser werden. Allerdings sind aktuelle Infos oft irreführend, der Marketing-Slang der Hersteller tut häufig sein Übriges um Verwirrung zu stiften. Worum geht es bei HDR also wirklich und was bringt es eigentlich – dies wollen wir klären. 

Mit High Dynamic Range wird endlich ein erster Schritt unternommen, Bildinformationen aufzuwerten um Filminhalte noch kontraststärker und brillanter präsentieren zu können als bislang. Ein Video mit erhöhtem dynamischen Kontrast gibt auch in besonders hellen oder dunklen Bildbereichen viele erkennbare Details wieder. Das Auge des Menschen ist generell in der Lage einen sehr großen Bereich an Lichtstärke wahrzunehmen – unserer adaptiven Irisblende sei Dank. Ein Fernseher konnte bisher allerdings zwischen sattem Schwarz und brillantem Weiß nur einen relativ kleinen Bereich an Helligkeit darstellen. War es bisher üblich – und vor allem auch der Technik geschuldet – das TV-Sendungen mit maximalen Helligkeiten von nicht mehr als 100 Candela pro Quadratmeter daherkamen, sind modernen TV-Geräte heute in der Lage, hier deutlich höhere Werte zu erzielen. Gleiches gilt für den Kontrast des Bildes: auch hier ist ein Quantensprung zu verzeichnen. Waren vor einigen Jahren Kontrastverhältnisse von 100: 1 noch vollkommen ausreichend und in Ordnung, so kommen moderne Geräte heute auf ein Vielfaches - native Kontraste von über 1000:1 sind durchaus normal. Dynamisch erzielen Fernseher mit moderner Paneltechnik noch deutlich höherer Kontrastverhältnisse.

 

Spezifikationen sind auf dem Weg

Mit den UHD-Spezifikationen trägt man endlich der Panel- und damit Bildverbesserungs-Entwicklung Rechnung. Folgerichtig werden hohe Dynamikbereiche und einen erweiterter Farbraum Pflicht. Pro Farbkanal sind so bis zu 1.000 Helligkeitsabstufungen möglich - bei „normale“ 4K- oder HD-Inhalte sind es 256. So bietet High Dynamic Range bietet eine echte Qualitätssteigerung des Bildes - und das egal aus welcher Entfernung Sie auf das Bild schauen. 

Seit Mitte Juli 2016 gibt es außerdem die allgemeine Zertifizierung durch die ITU (International Telecommunication Union) für Fernseher mit HDR- (High Dynamic Range) Wiedergabe. In der Empfehlung BT.2020-2 (10/2015) der ITU wird unter anderem die Spitzenhelligkeit festgeschrieben, die bei 1.000 Candela pro Quadartmeter oder auch 1.000 nits zu liegen hat. Dies erfüllen viele der aktuellen Spitzenmodelle aller Hersteller bereits heute und dank direkter LED-Hintergrundbeleuchtung mit Local-Dimming-Funktion werden sogar noch deutlich besser Kontrastverhältnisse erreicht.

 


 

Konkurrenz belebt das Geschäft

Wie bei den meisten neuen Techniken, gibt es auch bei HDR verschiedene Ansätze, wie die Inhalte produziert und wiedergegeben werden. Auf die HDR-Technik Dolby Vision setzt neben LG nun in Zukunft auch Loewe mit seinen premium OLED-TVs. Alle anderen Hersteller bleiben zunächst wohl beim kostengünstigeren HDR10-Standard, der auf 10-Bit-Technik setzt. Der Unterschied zwischen HDR-10 und Dolby Vision liegt im Mastering-Prozess der 4K Filme und in der Übertragung der Metadaten. Während bei HDR-10 die Filme mit 10-bit gemastert werden, liegt die Farbtiefe bei Dolby Vision Produktionen bei sogar 12-bit - der Helligkeits-Umfang ist hier noch breiter, was für eine bessere Bildqualität mit satteren Kontrasten und feineren Farbabstimmungen sorgen soll. Außerdem werden die Metadaten bei Dolby Vision für jedes einzelne Bild übertragen, was die Anpassung des Displays an die Inhalte erleichtert.

Neben HDR-10 und Dolby Vision entwickeln aktuell auch die Firmen Technicolor und Philips, und einige Sender wie unter anderem die BBC dabei eigene Standards für HDR-Bilder zu entwickeln. Ob sich allerdings neben HDR-10 und Dolby Vision noch eine weitere Technik behaupten kann, ist aber mehr als fraglich.

 

Woher kommt das HDR-Material

Neben den bereits erwähnten 4K-Blu-rays mit HDR sind „HDR-Quellen“ noch recht dünn gesät. Die Streaming-Anbieter dürften hier allerdings durchaus eine recht große Rolle spielen -  Amazon Prime Video bietet beispielsweise bereits HDR-Filme für Samsung-TVs an. Hier muss allerdings kein Signal verändert oder auf Normen Rücksicht genommen werden: Die Amazon-App auf dem Samsung-TV holt sich direkt den passenden Film in HDR vom Server und bereitet ihn für sein individuelles Panel speziell auf. Netflix unterstützt zwei verschiedene HDR-Streaming-Formate: Dolby Vision und HDR-10 – hier sollte nur die Internetleitung entsprechend „dick“ sein. Die Empfehlung liegt bei mindestens stabilen 25 Megabit pro Sekunde.

Bei den TV-Sendern werden wir allerdings auf einen echten HDR-Regelbetrieb warten müssen. Das „neue“ erweiterte Signal unter HDR-10 ist nicht kompatibel zu klassischen Sendungen und müsste beispielsweise über einen zusätzlichen Sender übertragen werden. Das könnten sich aktuell aber nur Pay-TV-Anbieter leisten. Hier könnte Dolby Vision allerdings die Lösung sein, da hier HDR-Informationen als Zusatzdaten zum HDTV-Datenstrom hinzukommen – dabei wird der Datenstrom nur rund 25 Prozent größer. Allerdings müsste dafür der Receiver im TV und das TV-Gerät selber auch Dolby Vision-zertifiziert sein.

 

 

Justieren Sie selber nach

Neue Bildverbesserungs-Techniken wie HDR und neue Display-Technologien sind letzten Endes zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber lange nicht alles – ein richtig gutes Bild auf Ihrem TV bekommen Sie nur, wenn Sie selbst Hand an die Bildqualität anlegen. Hierfür bietet Ihnen die Firma Burosch diverse Test-Bilder – sowohl für Full-HD-TVs, als auch für 4K-Boliden mit HDR-Technik. Nur mit Hilfe der über Jahre immer wieder erneuerten und verbesserten Bilder holen Sie das Optimum aus Ihrem Fernseher heraus. Hier die aktuellste Entwicklung der Burosch Testbilder, das Testbild Ladies V.2. Außerdem bieten die Bild-Spezialisten aus der Nähe von Stuttgart mit Ihrem Webservice tvtestbild.de eine kostenlose Online-Lösung, um erste Bildverbesserungen vorzunehmen.